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Köln
Demos Köln: "Polizei ist an der Grenze der Belastbarkeit"

Köln. Bei der Pro-Erdogan-Demonstration am Sonntag in Köln erwartet die Polizei inzwischen 30.000 Teilnehmer - doppelt so viele wie zunächst angekündigt. Es gebe bisher aber keine Hinweise darauf, dass Straftaten oder eine Störung der öffentlichen Sicherheit geplant seien. "Im Augenblick sehe ich keine Gründe für ein Verbot", sagte Polizeipräsident Jürgen Mathies gestern Morgen. Offenbar planten die Veranstalter auch, Vertreter der türkischen Regierung als Redner einzufliegen. Sollte das geschehen, könne dies in der derzeitigen hoch aufgeladenen Situation unter Umständen dazu führen, dass die öffentliche Sicherheit doch nicht mehr gewährleistet werden könne. Dann müsse die Demonstration als letztes Mittel doch verboten werden. Der Polizeipräsident forderte die Veranstalter auf, unverzüglich eine Rednerliste vorzulegen.

"Eines sage ich ganz klar: Gegen jede Form von Gewalt werden wir frühzeitig, entschlossen und konsequent einschreiten", sagte Mathies. Für die Polizei sei die stark emotionalisierte Demonstration in Verbindung mit vier geplanten Gegenkundgebungen eine große Herausforderung. 2300 Polizisten würden dafür abgestellt. Unter anderem halte man acht Wasserwerfer vor.

"Die Kollegen sind mittlerweile an der Grenze der Belastbarkeit", kritisiert Rüdiger Thust, Vorsitzender der Kripogewerkschaft in Köln. "In den vergangenen Wochen gab es so viele Veranstaltungen, bei denen Polizisten massiv im Einsatz waren, beispielsweise die ,Kölner Lichter'." Die Einsatzhundertschaften, aber auch die Kriminalpolizisten hätten kaum noch eine freie Minute. "Und dann verlangt der Innenminister, dass die Polizisten Überstunden abbauen."

(top/sug)
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