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Ausstellung
Die bunte Welt des James Rosenquist

Ausstellung: Die bunte Welt des James Rosenquist
James Rosenquist im Atelier mit Ausgangsmaterialien für seine Kunst (1966). FOTO: Bob Adelman/Courtesy of the Estate of James Rosenquist
Köln. Das Museum Ludwig zeigt ab dem 18. November die bedeutenden Werke und Rauminstallationen des amerikanischen Pop Art-Künstlers James Rosenquist.

Mit der groß angelegten Ausstellung von James Rosenquist stellt das Museum Ludwig vom 18. November bis 4. März die Werke dieses bedeutenden Künstlers der amerikanischen Pop Art dezidiert im Kontext ihrer kulturellen, sozialen und politischen Dimension vor. In der Zusammenschau mit teilweise noch nicht öffentlich präsentierten Archivunterlagen, vom Künstler als Quellenmaterial bezeichneten Collagen und vielen der zugrundeliegenden Originalanzeigen aus alten Life-Magazinen wird ein historischer Kosmos erschlossen. Denn die Bildfindungen von James Rosenquist resultieren in großem Maße aus seinem ausgesprochenen Interesse an den gesellschaftlichen und politischen Ereignissen seiner Zeit.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die beeindruckende Rauminstallation F-111, eine der Ikonen der Pop Ära. Rosenquist schuf sie 1964, inmitten eines der politisch turbulentesten Jahrzehnte der USA. Als Hauptmotiv wählte er das Kampfflugzeug F-111, die sich damals in der Entwicklung befindende neueste Hochtechnologiewaffe, und kombinierte es in verstörender Weise mit Bildern amerikanischen Alltagskonsums. Das Gemälde umschließt den Betrachter von allen Seiten. In eingebauten Aluminiumpanelen gespiegelt, wird er selbst Teil des Werkes - und ist aufgefordert zu hinterfragen, was er sieht. Neben diesem Schlüsselwerk aus der Sammlung des Museum of Modern Art präsentiert die Ausstellung mit "Horse Blinders" und "Horizon Home Sweet Home" erstmals gemeinsam alle drei Rauminstallationen, die Rosenquist für die legendäre Castelli Gallery schuf.

Das Bestreben, die Betrachter in das Bild hineinzuziehen, ihn visuell und physisch, emotional und intellektuell zu involvieren, spricht auch aus dem dreiteiligen Werkensemble The Swimmer in the Economist, das Rosenquist 1997-1998 für Berlin schuf. Auf dem über 27 Meter langen Hauptgemälde werden Picassos Guernica wie auch andere Versatzstücke eigener und kollektiver Geschichte und Identität in einem verstörenden Zeitstrudel erfasst, der rasante Umbruchsituationen nicht nur deutscher Identität verbildlicht.

Die Ausstellung verfolgt den zentralen Aspekt des "Eintauchens ins Bild", wie der Künstler es selbst nennt, und bietet gleichzeitig einen breit angelegten Überblick des Schaffens von James Rosenquist. Die collagehaften Gemälde der 1960er-Jahre, aus denen deutlich Rosenquists Herkunft als Plakatmaler riesiger Werbeflächen am Times Square spricht, sind gleichermaßen zu sehen, wie biografisch motivierte Bilder der 1970er-Jahre oder Verarbeitungen kosmischer Raumphänomene in großformatigen späteren Gemälden.

James Rosenquist hat Konzept und Werkauswahl dieser Ausstellung noch selbst autorisiert und den Entwicklungsprozess von Beginn an begleitet. Nun wird dies die erste große Museumsausstellung als Hommage an den am 31. März diesen Jahres verstorbenen Künstler. Neben Arbeiten aus der eigenen Sammlung und großzügigen Leihgaben von James Rosenquist selbst werden sehr bedeutende Werke aus Museen wie dem Museum of Modern Art und dem Guggenheim Museum in New York, dem Centre Georges Pompidou in Paris oder dem Moderna Museet in Stockholm gezeigt.

Justine Holzwarth

Quelle: RP
 
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