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Köln
Die vielfältige Welt der Pflanzen in Shakespeares Dramen

Köln: Die vielfältige Welt der Pflanzen in Shakespeares Dramen
Rosen geben nicht nur den "Rosenkriegen" ihren Namen in Shakespeares Historiendramen. FOTO: Vstock LLC
Köln. Eine Ausstellung im Botanischen Garten widmet sich bis 3. Oktober den Botschaften von pflanzlichen "Wortkulissen". Von Justine Holzwarth

Der bedeutendste Dramatiker unseres Kulturkreises, William Shakespeare, erwähnt in seinen Stücken etwa 120 Pflanzenarten. Es handelt sich fast ausschließlich um damals in England heimische oder in Gärten kultivierte Eiben (Taxa). Einige wenige "Neuheiten", importiert vor allem durch wohlhabende Händler und Pflanzenfreunde über Konstantinopel aus Kleinasien, kommen dazu. Vieles spricht dafür, dass sich Shakespeare und John Gerard, der Autor des maßgeblichen Kräuterbuchs dieser Jahrzehnte, persönlich kannten. Wir staunen heute darüber, wie gut sich Shakespeare und mit ihm seine Zuhörer mit Pflanzen ausgekannt haben. Sonst wäre seine oft sehr gezielt und pointiert eingesetzte Verwendung von Pflanzen und gärtnerischen Details schlichtweg ins Leere gegangen. Shakespeare "dekoriert" in den Köpfen seines Publikums mit Pflanzen die fast leere Bühne seiner Zeit, er illustriert Dynastisches an Hand des Baumschnitts und gestaltet mit pflanzlichen Objekten seine überbordenden, oft zotigen Wortspiele. In der Regel werden die Pflanzen nicht beiläufig-dekorativ, sondern gezielt eingesetzt - als "Wortkulissen" im elisabethanischen Theater unterstützen sie das Publikum bei der Imagination von Szenerien und Landschaften. Genau so ist die neue Ausstellung im Botanischen Garten überschrieben, die sich des Themas annimmt.

Dabei geht es auch darum dass Pflanzen damals Träger von Botschaften waren, die wir heute nur noch teilweise verstehen, oder sie spielten ihre Rolle als konkrete Objekte wie als Gift- oder Heilpflanzen im Handlungsgefüge. Neben den "Standards" wie Iris oder Rosen - man denke an die "Rosenkriege" genannten Bürgerkriege der Zeit, die Shakespeare in zehn Historiendramen darstellt - , werden auch sensationelle Neuheiten in den Gärten wie Schachbrettblume oder Kaiserkrone erwähnt. Der "Feenhügel" im "Sommernachtstraum" mit seinem duftenden Geißblatt, den Veilchen und dem Quendel ist geradezu sprichwörtlich geworden.

Die Ausstellung anlässlich des 400. Todesjahres von William Shakespeare läuft bis zum 3. Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr. Sie beginnt am Haupteingang und führt durch den gesamten Garten.

Quelle: RP
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