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NRW-Innenminister Ralf Jäger
"Diese menschenverachtende Hetze vergiftet unsere Gesellschaft"

Entsetzen in Köln nach Attentat auf Reker
Entsetzen in Köln nach Attentat auf Reker FOTO: dpa, fg htf
Berlin/Köl. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) warnt nach dem Anschlag auf Henriette Reker vor den Folgen hasserfüllter Parolen auf der Straße und im Netz.

"Dieser offensichtlich politisch motivierte Mordanschlag zeigt, welche furchtbaren Auswirkungen es hat, wenn die Saat hasserfüllter und fremdenfeindlicher Parolen im Netz und auf der Straße aufgeht", heißt in einer Mitteilung Jägers. Nichts rechtfertige dieses feige Attentat.

"Schon seit Monaten müssen wir angewidert beobachten, wie sogenannte "besorgte Bürger" rechtsextremes Gedankengut als Rechtfertigung für Hetze und offene Feindseligkeit gegenüber Mitbürgern mit Migrationshintergrund nutzen", sagt Jäger weiter. Diese Radikalisierung werde von rechtsextremistischen Agitatoren bewusst gefördert. "Wer hier mitläuft und zulässt, dass ausländerfeindliche und rechtsradikale Parolen salonfähig gemacht werden, macht sich mitschuldig. Diese menschenverachtende Hetze vergiftet unsere Gesellschaft. Das können und werden wir nicht hinnehmen."

Auch die Bundesregierung hat die Messerattacke auf die Kölner Oberbürgermeisterkandidatin Henriette Reker scharf verurteilt. "Es kann überhaupt gar keine Rechtfertigung dafür geben, einem anderen Menschen ein Messer in den Hals zu stoßen", betonte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. "Wir sollten dem Täter nicht auf den Leim gehen, indem wir hier auch noch ernsthaft über seine angeblichen Motive diskutieren."

Einen Tag vor ihrer Wahl zur Oberbürgermeisterin war Reker am Samstag in Köln schwer verletzt worden. Der Angreifer soll seine Tat mit der Flüchtlingspolitik in Deutschland begründet haben. Seibert sagte, die gesamte Bundesregierung wünsche Reker die notwendige seelische und körperliche Kraft für ihre Genesung.

(csh/jco/dpa)
 
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