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Köln
Dombaumeister fühlt sich diffamiert

Köln: Dombaumeister fühlt sich diffamiert
Die Kündigung sei von langer Hand vorbereitet gewesen und habe ihn "völlig überraschend und unvorbereitet" nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub getroffen, sagt Hauck. FOTO: dpa, obe htf
Köln. Die fristlose Kündigung des Dombaumeisters Michael Hauck im Juni 2014 ist in der 767 Jahre währenden Geschichte des Kölner Doms einzigartig. Hauck kämpft nun mit dem Kölner Domkapitel vor Gericht. Von Martina Stöcker

Von einem zerrütteten Verhältnis zu Mitarbeitern war damals hinter vorgehaltener Hand die Rede, zudem von einem schlechten Führungsstil. Der Würzburger, der 2012 aus Passau an den Rhein kam, hat geschwiegen - nun, eine Woche vor einem Termin am Arbeitsgericht, erhebt der Dombaumeister schwere Vorwürfe. Behauptungen, er habe einen schlechten Führungsstil und sich mit der Belegschaft überworfen, seien "irreführend und Teil einer Diffamierungskampagne mit dem Ziel, meinen bisher unzweifelhaften Ruf in der Öffentlichkeit nachhaltig zu schädigen", teilte er schriftlich mit.

Die Kündigung sei von langer Hand vorbereitet gewesen und habe ihn "völlig überraschend und unvorbereitet" nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub getroffen. Es habe keine Abmahnung gegeben. Der damalige Dompropst Norbert Feldhoff habe ihm ohne ersichtlichen Grund mitgeteilt, dass er umgehend die Schlüssel abgeben und sich krankmelden solle.

Haucks Ansicht nach gründe der Konflikt auf sein Bemühen um eine "Zeiterfassung der Arbeitszeiten" seiner Mitarbeiter. Bei seinem Amtsantritt habe er bei der Dokumentation, wie die finanziellen Mittel und personellen Ressourcen verwandt wurden, "eine völlig unzureichend geregelte Situation" vorgefunden. Der Etat der Dombauhütte, die für die Instandhaltung des Domes zuständig ist, setze sich auch aus Spenden zusammen. Da sei ein transparenter Nachweis der Mittelverwendung besonders wichtig.

Am nächsten Donnerstag sehen sich beide Parteien bei einer Verhandlung vor dem Kölner Arbeitsgericht. Hauck betonte, er sehe dem Termin mit Zuversicht entgegen und sei jederzeit bereit, seinen Dienst für den Dom wiederanzutreten. Für ihn sei die fristlose Kündigung existenzbedrohend. "Durch die am Beamtenrecht orientierte Ausstattung meiner unkündbaren Stellung als Dombaumeister habe ich auch keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld", sagt er. Trotz der Kündigung habe er auf Feldhoffs Wunsch einen Förderantrag für EU-Gelder bearbeitet sowie Kardinal Meisner auf einer Reise begleitet und einen Vortrag gehalten.

Der ehemalige Dompropst Norbert Feldhoff wollte sich auf Anfrage nicht äußern. Prälat Gerd Bachner, der am Sonntag in sein Amt als Dompropst eingeführt wird, erklärt: "Ab Sonntag werde ich eine Fürsorgepflicht für alle Mitarbeitenden der Dombauhütte haben." Deshalb werde er unabhängig vom Prozess das Gespräch mit Michael Hauck suchen und sich zu Kündigungsgründen nicht öffentlich äußern.

Quelle: RP
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