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"Islamischer Staat Deutschland"
Empörung über bizarres Wahlkampfvideo aus Trump-Lager

Empörung über bizzares Wahlkampf-Video aus Trump-Lager
So sieht der Kölner Dom im Video aus: Anstelle des Kreuzes prangt der Halbmond auf der Spitze des Kölner Doms. FOTO: Screenshot: Youtube (Secure America)
Köln. Mit einem absurden Video hat eine konservative US-Agentur in Deutschland für Empörung gesorgt. Der Spot wird als Werbevideo für Islamisten präsentiert und deklariert die Bundesrepublik zum islamischen Staat. Der Inhalt erinnert an die reißerischen Parolen von Donald Trump. Von Marcel Romahn

Tapfere Dschihadisten haben Deutschland erobert – mit diesen Worten wird das eineinhalb Minuten lange Video eingeleitet, das mit diversen Bildmontagen eine vollkommen realitätsfremde Bundesrepublik darstellt: Anstelle des Kreuzes prangt der Halbmond auf der Spitze des Kölner Doms, auf dem Oktoberfest herrscht Alkohol- und Schweinefleischverbot, die deutsche Flagge trägt das Signet der IS-Terrormiliz.

"Willkommen im Islamischen Staat Deutschland", lautet die zynische Botschaft des Videos, das von der konservativen Organisation "Secure America Now" veröffentlicht wurde und offenbar als Schützenhilfe für den US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump dienen soll. Auch wenn die Macher eine Verbindung zu Trumps Deutschland-Kritik bestreiten - die reißerischen Parolen des Videos erinnern sehr an die öffentlichen Provokationen des Merkel-Gegners.

Erstellt wurde der Film von der texanischen Agentur Harris Media, die bereits für mehrere republikanische Politiker gearbeitet hat. Firmenchef Vincent Harris will nach eigenen Angaben mit diesem Video "unabhängig von der Wahl" ein wichtiges Thema hervorheben. Es handle sich um "subtile Satire", die sich gegen den islamistischen Extremismus richten soll. Die "Berliner Morgenpost" hatte zuerst darüber berichtet. Weder Donalds Trumps noch Hillary Clintons Namen tauchen in dem Video auf.

So reagiert Deutschland

In den sozialen Netzwerken reagierten viele User erschrocken und empört darüber, dass Deutschland und die Flüchtlingskrise offenbar vom konservativen US-Lager für Wahlkampfzwecke missbraucht werden. Auch die Art des Videos, das in Machart und Wortwahl einem Propagandafilm gleicht, wird scharf kritisiert.

Dennoch verbreitet sich das Video bereits seit Anfang der Woche im Netz. Auf Youtube wurde es inzwischen knapp 80.000 Mal angesehen. Auf der Facebook-Seite von "Secure America Now" wurde das Video mehr als 150.000 Mal aufgerufen.

Auch der Sprecher des Kölner Doms, Matthias Deml, zeigte sich schockiert, möchte das Video jedoch nicht weiter kommentieren. "Ich halte den Spot für so indiskutabel und unterirdisch, dass mir dazu nichts einfällt. Daher möchte ich die Sache auch nicht durch einen Kommentar aufwerten."

(mit Agenturmaterial)

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