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Gastronomie
Familien-Tradition neigt sich dem Ende

Gastronomie: Familien-Tradition neigt sich dem Ende
Von seiner langjährigen Tradition als Festhaus hat der denkmalgeschützte Gürzenich bis heute nichts eingebüßt. In seiner 569-jährigen Geschichte war und ist er eines der repräsentativsten Veranstaltungszentren Europas. FOTO: Köln-kongress gmbh
Köln. Jochen Blatzheim beendet Ende März nach 60 Jahren seine kulinarische Tätigkeit im Gürzenich. Danach übernimmt die Köln- Kongress Gastronomie GmbH die Betreuung.

Am 18. Mai wurde im Aufsichtsrat der Köln-Kongress GmbH und anschließend auch im Aufsichtsrat der Kölnmesse die Gründung der Köln-Kongress Gastronomie GmbH beschlossen. Der Stadtrat hat dem in seiner Sitzung am 28. Juni ebenfalls zugestimmt. Zum 1. April 2017 übernimmt die Gesellschaft nun die gastronomische Betreuung des Gürzenich. "Kontinuität, Individualität und ein hohes Maß an Professionalität wird auch künftig den Veranstaltern und Gästen des Gürzenich sowie den Kölnern geboten", sagt Bernd Petelkau, Aufsichtsratsvorsitzender von Köln-Kongress.

Die neu gegründete Gesellschaft will das Gürzenich-Motto "Tradition trifft Moderne" auch kulinarisch umsetzen: Das Gastronomiekonzept basiert auf regionalen und saisonalen Produkten. Ein breites Wein- und Getränkeangebot komplettieren das Angebot. Und auch das Personal bleibt dem Gürzenich treu, denn alle Mitarbeiter werden übernommen und sorgen auch künftig für den hohen Küchen- und Service-Standard.

Durch die Übernahme des Groß- und Kleininventars übernimmt die Köln-Kongress Gastronomie zudem ein Stück "Gastronomie-Tradition" der Familie Blatzheim. Nach 60 Jahren erfolgreicher Bewirtschaftung des Gürzenich durch die Familie wird Jochen Blatzheim zum 31. März 2017 seine Tätigkeit in dem Festhaus beenden.

Seit dem 1. April 1957 gehörte die Gastronomie des Hauses zum Blatzheim-Konzern, damals bewirtschaftet durch Hans Herbert "Daddy" Blatzheim. Nach der Wiedereröffnung der Bastei 1958 gehörte auch diese zum Blatzheim-Konzern. 1968 übernahm Jochen Blatzheim nach dem Tod seines Vaters die Bewirtung der Gürzenich- und Bastei Gäste. Er erweiterte 1972 sein Tätigkeitsfeld um den Partyservice und bewirtschaftete von 1978 bis 2005 die Gastronomie im Messeturm und die Rheinhallen der Kölnmesse.

Neben der Küche und dem Service wurden Qualität und Tradition seit jeher gepflegt und in den Alltag integriert. Die glanzvolle Vergangenheit fand so ihre langjährige Fortsetzung in der Gegenwart: Die traditionelle Prinzenproklamation, die erstmalig 1959 im Gürzenich stattfand, feierte 2014 ihr 55-jähriges (närrisches) Jubiläum. Jochen Blatzheim führte seine ersten Karnevalsveranstaltungen 1968 im Gürzenich durch und wird somit 2017 - in seinem "Abschiedsjahr" - zum 50. Mal den Karneval gastronomisch betreuen. Etwa 70.000 Besucher kommen jährlich zu den 50 Sitzungen.

Aber nicht nur der Karneval, sondern auch die Kölner Gipfeltage 1999 waren ein echtes Highlight und rückten das Festhaus ins Licht der Weltöffentlichkeit. "Ich bin sehr froh, dass wir für den Gürzenich eine so gute Lösung gefunden haben. Durch den Betriebsübergang ist gewährleistet, dass alle meine Mitarbeiter übernommen werden und ihrer Wirkungsstädte treu bleiben können." Damit werde die Tradition beibehalten, "aber natürlich ziehen auch neue Einflüsse durch den Gürzenich", sagt Blatzheim.

Der Gürzenich sei die gute Stube Kölns und trage als historisches Veranstaltungszentrum zur Imagebildung für den Messe- und Kongress-Standort Köln bei, heißt es von Köln-Kongress. Justine Holzwarth

Quelle: RP
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