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Sicherheitspanne
Notfallplan des Flughafens Köln/Bonn im Internet

Flughafen Köln/Bonn: 230 Seiten des Notfallplan im Internet
Sicherheitskräfte der Polizei stehen am Flughafen Köln/Bonn. FOTO: dpa, hk gfh
Köln. Am Flughafen Köln/Bonn hat es offenbar eine schwere Sicherheitspanne gegeben. Laut Medienberichten war der gesamte vertrauliche Notfallplan seit Monaten auf der Webseite des Airports öffentlich abrufbar.

Der Notfallplan, der mehr als 230 Seiten umfassen soll, war nach Recherchen des ZDF frei zugänglich. Das Dokument enthalte nicht nur Anweisungen für den Fall von Naturkatastrophen und Flugunfällen, er zeige auch detaillierte Anweisungen bei Bedrohungslagen wie Terroranschlägen, Bombendrohungen oder Geiselnahmen und genaue Beschreibungen von Sammelstellen für Passagiere in Notsituationen, berichtet das ZDF. 

Besonders brisant ist das vor dem Hintergrund, dass die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zu Anschlägen in Deutschland aufgerufen hat: Dabei zeigten sie vor einiger Zeit den Flughafen Köln/Bonn als mögliches Ziel. Auf vier professionellen Fotomontagen hatten die Islamisten wahrscheinlich von Syrien aus die Propaganda verbreitet. Ein Bild zeigte einen Terroristen in Kampfmontur vor dem in Flammen stehenden Köln/Bonner Airport. "Was deine Brüder in Belgien schaffen, schaffst du auch", ist darauf zu lesen. 

Noch am Mittwoch sei der Notfallplan von der Betreibergesellschaft des Flughafens aus dem Internet genommen worden, nachdem der Sender Fragen zu dem Fall stellte, berichtet das ZDF. Die Gesellschaft teilte demnach schriftlich mit, dass das veröffentlichte Dokument lediglich ein Auszug aus einem detaillierteren Notfallplan sei, der nur einem sehr kleinen Personenkreis zugänglich sei. Der öffentlich gewordene Plan beinhalte aber keine sensiblen Informationen. 

Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Kontrolleure der EU im Februar massive Sicherheitslücken bei der Fluggastkontrolle am Köln-Bonner Flughafen aufgedeckt hatten. Bei sogenannten offenen Tests wurden neun von zwölf verbotenen Gegenständen vom Sicherheitspersonal nicht entdeckt, darunter Waffen oder Bombenbauteile.

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