Michael Garvens

Kölner Flughafen-Chef nach Vorwürfen beurlaubt

Der Eingangsbereich am Köln-Bonner Flughafen. (Symbolfoto) FOTO: dpa, obe pil tba

Köln. Der Aufsichtsrat des Flughafens Köln/Bonn hat Flughafen-Chef Michael Garvens am Freitag beurlaubt. Das ist das Ergebnis einer Sondersitzung, wie der Flughafen am Abend mitteilte.

Die Prüfungen der Vorwürfe seien noch nicht abgeschlossen, hieß es in der Mitteilung. Der Aufsichtsrat habe deshalb beschlossen, den Vorsitzenden der Geschäftsführung, Michael Garvens, bis zum 15. Dezember  zu beurlauben. An diesem Tag soll eine Aufsichtsratssitzung stattfinden.

Einem vorläufigen Untersuchungsbericht zufolge sollen am Köln/Bonner Flughafen unter anderem Rechnungen ohne vertragliche Grundlage und erkennbare Gegenleistungen beglichen worden sein. Der strafrechtlich gravierendste Vorwurf bezieht sich auf eine Geldzahlung von mehr als einer Million Euro an ein Frachtunternehmen, obwohl es angeblich keine Gegenleistung gab. Darüber hinaus sollen leitende Angestellte für längere Zeiträume freigestellt worden sein - im extremsten Fall soll es sich um mehr als elf Jahre handeln. Zuerst hatte der WDR berichtet.

Geschäftsführung soll angehört werden

In der Sondersitzung wurde weiter beschlossen, dass die beauftragte Rechtsanwaltskanzlei und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ihre laufenden Untersuchungen fortführen sollen. Bis zum Ende der kommenden Woche soll die Geschäftsführung des Flughafens schriftlich angehört werden. 

Die Hinweise auf mögliche Verfehlungen der Geschäftsführung sollen dem Vernehmen nach aus dem Unternehmen gekommen sein, berichtet der "Kölner Stadtanzeiger". Garvens hatte sich am Mittwoch mit einem Brief an den Aufsichtsrat gewandt und die Vorwürfe als "nicht begründeten Verdacht" zurückgewiesen. "Die Zweifel wurden nicht ausgeräumt", hieß es aus dem Kreis der Teilnehmer der Sondersitzung, wie der "Kölner Stadtanzeiger" berichtet.

(lsa)

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