| 14.17 Uhr

Easyjet-Flug in Köln
Gesprengter Rucksack enthielt nur Ladekabel fürs Handy

Notlandung am Flughafen Köln/Bonn: Terrorverdacht in Easyjet-Maschine
Köln. Es gab keine Starts und Landungen, umgeleitete Flugzeuge, einen vorsorglich gesprengten Rucksack und ein Großaufgebot der Polizei: Ein Alarm wegen verdächtiger Gespräche in einem Flugzeug hat den Köln/Bonner Flughafen mehrere Stunden lahmgelegt.

An Bord der Easyjet-Maschine, am Samstag unterwegs von Sloweniens Hauptstadt Ljubljana nach London, hört eine Passagierin ein vermeintlich verdächtiges Gespräch zwischen drei Männern. Sie sollen sich über "terroristische Inhalte" unterhalten haben, wird später die Polizei mitteilen. Einer der Verdächtigen hält dabei ein Buch mit der Aufschrift "Kill" und einem aufgedruckten Präzisionsgewehr in der Hand. Die Frau informiert das Kabinenpersonal über ihre Beobachtung, der Kapitän entscheidet sich wegen einer Gefährdungslage zu einer Ausweichlandung auf dem Köln-Bonner-Flughafen.

Auf dem sechstgrößten deutschen Airport wurde die Maschine, ein Airbus A 319, in einem gesicherten Bereich evakuiert. Die drei britischen Staatsangehörigen (31, 38 und 48) wurden festgenommen. Die 151 Passagiere hatten die Easyjet-Maschine zuvor über Notrutschen verlassen. Dabei wurden mehrere Menschen leicht verletzt. Eine Frau musste ins Krankenhaus gebracht werden. Die Passagiere wurden in den Transitbereich gebracht. Gestern teilt die Polizei dann mit, dass sich der Verdacht nicht bestätigt und eine reale Gefahrenlage nicht bestanden hat.

Die Zwischenlandung hatte allerdings für einige Störungen gesorgt. Am Flughafen Köln/Bonn ruhte der Betrieb am Samstagabend mehr als drei Stunden lang. Wegen des Alarms wurden zwei Flüge gestrichen, 17 ankommende Flieger umgeleitet und 20 Abflüge teils erheblich verspätet. Allein von den Umleitungen waren nach Angaben des Flughafens 3000 Passagiere betroffen. Die meisten Passagiere der Easyjet-Maschine flogen erst gestern weiter nach London. Sie hatten die Nacht in Hotels verbracht.

Am größten waren jedoch die Folgen für die drei Männer, die in Verdacht geraten waren. Ein Entschärfer der Bundespolizei hatte den Rucksack des 48-Jährigen, in dem Verkabelungen erkennbar waren, mit einer Sonde untersucht und dann das verdächtige Gepäckstück kontrolliert in die Luft gesprengt. Wie die Polizei mitteilte, habe sich dann aber herausgestellt, dass es sich beim Inhalt lediglich um diverse Ladekabel mit Steckdosen-Adaptern gehandelt. Zudem ließen sich die "terroristischen Gesprächsinhalte" nicht verifizieren, die die Frau bei ihrer Meldung angegeben hatte. Andere, von der Polizei befragte Fluggäste hätten das nicht bestätigt.

Die drei Männer waren im Auftrag einer britischen Firma in Slowenien beruflich unterwegs gewesen. Über sie gebe es "keine staatsschutzrelevanten Erkenntnisse". Ihre Vernehmung sowie die Auswertung der Handydaten hätten nichts ergeben, so die Ermittler, das den Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat erhärtet hätte. Gestern Nachmittag wurden sie aus dem Gewahrsam entlassen.

Quelle: RP
 
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