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Köln
Football hat hier echte Tradition

Köln. Die Cologne Crocodiles kämpfen um den Aufstieg in die Erste Liga. Morgen Nachmittag steht das entscheidende Heimspiel an. Im Herbst würden die Kölner dann beim Relegationsspiel auf die Panther aus Düsseldorf treffen. Von Stephan Eppinger

Es war ein Plakat der Cologne Crocodiles am Bayenthalgürtel, das Markus Ley 1981 zu seinem Sport gebracht hat. Dort wurde das Spiel gegen Berlin im Südstadion angekündigt. "Ich wollte unbedingt Football spielen und bin zuerst in der Jugend gewesen, später in der ersten Mannschaft. Bis 1994 sind wir dreimal Vizemeister gewesen", sagt der frühere Nationalspieler und heutige Geschäftsführer der Crocodiles.

Sein Club ist der älteste Football-Verein in Köln und einer der ältesten in Deutschland. Seit 1980 wird hier der amerikanische Sport betrieben und das höchst erfolgreich. Auch von Rückschlägen wie der Insolvenz 2004 lässt man sich nicht stoppen. "Ein Jahr später bereits wurden die Crocodiles unter dem sportlichen Dach des SV Lövenich-Widdersdorf als reine Jugendmannschaft neu aufgebaut. Aus zehn Jugendspielern im Jahr 2005 wurde binnen weniger Jahre, aus eigener Kraft, wieder eine Herrenmannschaft geformt", erklärt Ley.

420 Mitglieder, davon 300 aktive Spieler, 40 Trainer und sechs Mannschaft zählen die Crocodiles als eigenständiger Verein heute. Top ist dort immer noch die Jugendarbeit, wie die Meisterschaften des U19-Teams zeigen. Die hohe Qualität bei den Junioren ziehen Spieler aus der gesamten Region aber auch aus den Niederlanden und Belgien oder dem Ruhrgebiet nach Köln. "In der Vergangenheit hat man bei den Kölner Clubs oft auf teure Mannschaft mit US-Spielern gesetzt. Wir setzen dagegen heute voll auf unseren eigenen Nachwuchs", sagt Ley.

Derzeit spielen die Crocodiles noch in der Zweiten Liga. Der Blick ist aber klar auf die erste Spielklasse gerichtet. So wollen die Spieler sich mit einem klaren Sieg beim letzten Saisonspiel gegen Paderborn morgen die Chance auf das Relegationsspiel gegen die Düsseldorfer Panther im Herbst sichern. "Die Stimmung im Team ist derzeit sehr gut. Gegen Paderborn haben wir zu Hause den großen und schweren Show-down. Da müssen wir 100 Prozent Leistung zeigen, um zu siegen", sagt Headcoach Patrick Köpper.

Für ihn gehört NRW nach wie vor zu den deutschen Football-Hochburgen, auch wenn der Norden Deutschlands aufholt. "Wir haben hier eine große Tradition und viele Deutsche Meister. Das gilt auch für den Jugendbereich. Wir haben derzeit mit einem Altersdurchschnitt von 22 Jahren das jüngste Team der Liga", sagt der Coach. Die Stellung des Footballs werde auch durch die steigende TV-Präsens besser. Man müsse aber noch mehr Zuschauer gewinnen. Derzeit sind es im Schnitt etwa 500 bis 600. Live zu sehen gibt es das letzte Crocodile-Heimspiele der Saison morgen Nachmittag ab 15 Uhr auf der Bezirkssportanlage in Chorweiler, Merianstraße 5.

Zu den Eigengewächsen der Crocodiles zählen Quarterbeck Benjamin Mentges (24) und Linebacker Yunes Rahimi (22). "Mich reizt der körperbetonte Sport. Vorher habe ich Basketball gespielt, dort habe ich aber zu viel gefoult. Toll finde ich außerdem den großen Zusammenhalt im Team", sagt Rahimi.

Mit 15 hat die Football-Karriere bei Mentges begonnen, der zunächst bis 2012 erfolgreich beim Lokalrivalen, den Falcons gespielt hat. Nach einer Sportpause kam er zu den Crocodiles, wo alle Freunde jetzt spielten. "Das gilt auch für meine Trainer von früher. Mich reizt am Football, dass hier der gesamte Körper gefordert wird und man seine gesamte Kraft rauslassen kann." Trainiert wird in der Regel zweimal die Woche, dienstags und donnerstags, auf der Bezirkssportanlage Bocklemünd.

Quelle: RP
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