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Raubserie
Überfälle auf Seniorinnen in Köln und Düsseldorf häufen sich

Halskettenraub: Viele Überfälle auf Seniorinnen in Köln und Düsseldorf
FOTO: Gerhard Seybert
Köln/Düsseldorf. Am Wochenende wurde in Köln erneut eine Frau Opfer eines Raubüberfalls auf offener Straße. Ein Mann riss ihr die Kette vom Hals. Die Polizei registriert in Köln und Düsseldorf seit April immer wieder Fälle wie diesen.  Von Claudia Hauser

Die 56-Jährige war am Freitagnachmittag gegen 17.30 Uhr mit ihrer Tochter (28) im Stadtteil Kalk auf dem Weg vom Parkhaus ins Einkaufscenter "Köln Arcaden". Von hinten näherte sich ein Mann, der der Frau die Kette vom Hals riss und flüchtete. Die Tochter des Opfers verfolgte den Täter, verlor ihn dann aber am Ausgang zum Bürgerpark aus den Augen. Die 56-Jährige wurde bei dem Überfall leicht am Hals verletzt.

Der Täter ist etwa 16 bis 21 Jahre alt und 1,65 bis 1,75 Meter groß. Er ist schlank und hat kurze, schwarze Haare. Er trug eine schwarze Jogginghose und eine graue Bomberjacke mit schwarzen Ärmeln.

Vor dem Überfall war den Frauen ein schwarzer VW Golf mit Münchener Kennzeichen in dem Parkhaus aufgefallen, der schnell und mit quietschenden Reifen an ihnen vorbeigefahren war. Im Auto waren zwei junge Männer - einer davon war vermutlich der spätere Täter, der wenig später ausstieg.

Immer wieder Schmuckdiebstahl

Seit April gibt es in Düsseldorf, seit Anfang Juli auch in Köln ganze Überfalls-Serien. Die Täter suchen sich fast immer Seniorinnen aus, denen sie den Schmuck vom Hals oder auch von den Ohren reißen. In den meisten Fällen wurden die Opfer nicht verletzt, es ist aber nach Angaben eines Polizeisprechers nur dem Zufall zu verdanken, dass noch keine der Frauen bei den Überfällen gestürzt ist. In Köln, wo es bisher 25 Fälle gibt, erlitt eine Frau einen Schock, und fast alle Opfer haben mit psychischen Folgen zu kämpfen.

In Düsseldorf, wo es seit April 34 Fälle gibt, wurde eine eigene Ermittlungsgruppe gegründet. Festnahmen gab es bisher keine, obwohl die Staatsanwaltschaft eine Belohung von 1500 Euro ausgesetzt hat für Hinweise, die zu einem der Täter führen. Die Ermittler gehen davon aus, es mit mehreren Tätern, aber keiner Bande zu tun zu haben. "Ältere Menschen sind leichte Opfer", sagt eine Polizeisprecherin. "Die Tat, die ja nur wenige Minuten dauert, braucht außerdem keine besonderen Kenntnisse oder eine gründliche Vorbereitung. Die Täter nutzen einfach die Gelegenheit."

Zeugenhinweise zum jüngsten Fall in Kalk nimmt das Kölner Kriminalkommissariat 14 unter Telefon 0221/229-0 entgegen.

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