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Kölner Silvesternacht
Hannelore Kraft tritt die Flucht nach vorne an

Hannelore Kraft tritt die Flucht nach vorne an
Die eidesstattliche Erklärung ist auf den 24. Mai datiert. FOTO: Land NRW
Meinung | Köln. Mit ihrer eidesstattlichen Erklärung verfolgt Hannelore Kraft vor allem ein Ziel. Sie verschafft sich Luft für ihren Auftritt vor dem Untersuchungsausschuss des Landtags Ende Juni. Von Detlev Hüwel

Mit einem höchst ungewöhnlichen Schritt hat Hannelore Kraft, die nach den Silvester-Ausschreitungen arg in Bedrängnis geraten ist, jetzt zum Befreiungsschlag angesetzt: In einer eidesstattlichen Versicherung bekräftigt die Regierungschefin, bis zum 4. Januar keine irgendwie gearteten Kontakte zu ihrem engsten Beraterkreis gehabt zu haben.

Bislang waren ihre entsprechenden Beteuerungen eher auf Skepsis gestoßen, zumal Krafts persönlichen Berater, zu denen auch Innenminister Ralf Jäger gehört, schon am Neujahrstag erste ernstzunehmende Hinweise auf Übergriffe erhalten hatten.

Dass es tagelang niemand von ihnen für nötig gehalten hat, die Regierungschefin, die sich zum Jahreswechsel in Urlaub befand, zu alarmieren, wirkt noch immer befremdlich.

Man fühlt sich an den Sommer 2014 erinnert, als Kraft angeblich wegen eines Funklochs in Brandenburg eine Woche lang nicht erreichbar war. 

Doch wie auch immer: Kraft hat sich mit ihrer Klarstellung Luft verschafft für ihren Auftritt vor dem Untersuchungsausschuss des Landtags, der sie Ende Juni als Zeugin vernehmen will. Die politische Aufarbeitung der schlimmen Geschehnisse in Köln ist damit aber gewiss nicht beendet.

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