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Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker
"Ein solches Attentat verändert das Leben"

Henriette Reker zum Attentat auf Bürgermeister in Altena
Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos). FOTO: dpa, fg tba
Köln. Nach dem Messerangriff auf Altenas Bürgermeister Andreas Hollstein hat sich Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker geäußert. Sie war selbst vor zwei Jahren mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt worden.

"Der Messerangriff auf meinen Bürgermeister-Kollegen Andreas Hollstein in Altena hat mich tief erschüttert", teilt Henriette Reker mit. "Ich bin sehr erleichtert, dass er das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen konnte. Andreas Hollstein und dem verletzten Helfer, der mutige Zivilcourage gezeigt hat, wünsche ich herzlich weiter gute Besserung."

Der Bürgermeister der sauerländischen Stadt Altena, Andreas Hollstein (CDU), ist am Montagabend bei einem Messerangriff durch einen 56-Jährigen verletzt worden. Die Behörden halten ein fremdenfeindliches Motiv für wahrscheinlich.

Altena: Bürgermeister Andreas Hollstein spricht über die Messerattacke

Reker sagt, sie hoffe sehr, dass Andreas Hollstein das schlimme Ereignis schnell verarbeiten könne und ihn das Geschehen nicht dauerhaft verunsichere. "Ich weiß selbst, das ist eine Kraftanstrengung, aber man darf sich seine Identität und sein Engagement nicht nehmen lassen. Ein solches Attentat verändert das Leben, aber es darf nicht unser Verhalten ändern. Wir müssen uns weiterhin mit Offenheit und Stärke unseren Aufgaben stellen – denn Hass und Gewalt sind keine Lösung, sie sind das Problem."

Reker war am 17. Oktober 2015, einen Tag vor der OB-Wahl, auf einem Wochenmarkt in Köln-Braunsfeld von dem 45 Jahre alten Frank S. angegriffen worden. Er rammte ihr ein Jagdmesser in den Hals und verletzte vier weitere Menschen.

Reker war damals als Sozialdezernentin für die Unterbringung von Flüchtlingen in Köln zuständig. Nach dem Angriff schwebte sie in Lebensgefahr und lag mehrere Tage im künstlichen Koma.

Messer-Angriff auf den Bürgermeister von Altena FOTO: dpa, hjb

Im Juli 2016 wurde Frank S. vor Oberlandesgericht Düsseldorf wegen versuchten Mordes zu 14 Jahren Haft verurteilt. In der Urteilsbegründung hieß es, S. habe ein "extremes und brutales Zeichen setzen wollen, weil er die Bundesregierung nicht für berechtigt hielt, Flüchtlinge ins Land zu lassen."

Er hatte vor dem Attentat in Bonn der rechten Szene angehört und wegen einer Reihe überwiegend rechtsradikal motivierter Gewalttaten bereits drei Jahre im Gefängnis gesessen.

(hsr)
 
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