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Köln am Sonntag
3500 Polizisten sichern "Hogesa"-Demo ab

"Hogesa"-Kundgebung und viele Gegendemos in Köln
"Hogesa"-Kundgebung und viele Gegendemos in Köln FOTO: ap
Köln. Bei der "Hogesa"-Kundgebung vor einem Jahr gab es Krawalle, Straßenschlachten und Verletzte. Am Sonntag soll die Polizei das mit einem Großaufgebot verhindern. 3500 Beamte, Wasserwerfer und ein Hubschrauber sind im Einsatz. 

Die Gruppierung "Hooligans gegen Salafisten" ("Hogesa") will an diesem Sonntag um 14 Uhr in Köln demonstrieren. 800 gewaltbereite Hooligans aus Deutschland und dem Ausland werden erwartet, dazu noch eine unbekannte Zahl von Rechtsextremen.

Angemeldet wurden für die "Hogesa"-Demo 1000 Personen, es werden aber weit mehr erwartet. Auf Facebook haben bis zum Abend über 2300 Menschen ihre Teilnahme zugesagt. Die Polizei hat sich deshalb für einen Großeinsatz gerüstet und will mit 3500 Beamten, Wasserwerfern und einem Hubschrauber erneute Straßenschlachten verhindern. 

In diesen Bereichen könnte es am Sonntag aufgrund der Demonstrationen eng werden. FOTO: Polizei

Vor einem Jahr waren rund 50 Polizisten verletzt worden. Anders als damals dürfen sich die Teilnehmer der "Hogesa"-Kundgebung diesmal nicht in der Innenstadt versammeln. Sie treffen sich auf einem Platz in der Nähe des Deutzer Bahnhofs. Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte am Samstag die Kundgebung in der Nähe des Kölner Hauptbahnhofs verhindert. Der Platz reiche nicht aus, um einen gefahrlosen Ablauf der Versammlung dort zu gewährleisten, begründeten die Richter ihre Entscheidung.

Die Polizei hat aus den Erfahrungen des Vorjahres ihre Lehren gezogen. Schon im Vorfeld wurden gewaltbereite Hooligans ausgesperrt. Die Polizei erteilte 48 sogenannte Bereichsbetretungsverbote. Für die zumeist außerhalb von Köln wohnenden Betroffenen komme das in etwa einem Verbot gleich, das Stadtgebiet zu betreten, erläuterte ein Polizeisprecher. Sie seien schon bei der Hogesa-Veranstaltung vor einem Jahr durch Gewalttaten aufgefallen und dafür bereits verurteilt worden.

Köln 2014: Krawalle bei Hooligan-Demo FOTO: dpa, cas hpl

NRW-Innenminister Ralf Jäger zeigte sich entschlossen, "dieser Hogesa sehr wirkungsvoll mit Polizei entgegenzutreten". Der Rechtsstaat könne es sich nicht bieten lassen, dass Kriminelle versuchen, sich die Straße zu eigen zu machen, sagte er im Deutschlandfunk.

Neben der Hooligan-Kundgebung wird es eine Reihe von Gegendemos und Veranstaltungen geben. Die Polizei rechnet mit bis zu 23-000 Teilnehmern insgesamt. Um die verschiedenen Lager auseinanderzuhalten und Krawalle zu verhindern, sind mehr als 3500 Einsatzkräfte vor Ort. Auch der Kölner Pegida-Ableger Kögida hat eine Kundgebung für den Nachmittag angemeldet.

Das hat auch Auswirkungen auf den Verkehr. Die Polizei empfiehlt, den Bahnhof in Deutz zu meiden. Die Bundespolizei teilt zudem mit, dass auch mit Auswirkungen auf den Fernverkehr gerechnet werden muss. Betroffen sind auch Eishockey-Fans, die am Sonntag das Spiel der Haie sehen oder das Kinderfest der Haie besuchen wollen.

Erste aktuelle Bilder sehen Sie hier. 

(met/ lnw/dpa)
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