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Universität Köln
Jörg Kachelmann stört Auftritt von Alice Schwarzer

Köln. Der Rechtsstreit zwischen Wetter-Unternehmer Jörg Kachelmann und Feministin Alice Schwarzer hat eine neue Bühne gefunden: die Universität Köln. Dort hat Kachelmann am Donnerstagabend einen Vortrag von Schwarzer gesprengt.

Das zeigen verschiedene Tweets, auch der Kölner "Express" berichtet darüber. Der Vortrag von Schwarzer zum Thema "(Sexual)Gewalt gegen Frauen und Recht" fand in der Aula 2 im Hauptgebäude der Universität statt.

Laut den Berichten meldete sich Kachelmann während der anschließenden Fragerunde zu Wort und gab sich zu erkennen. Sein Anwalt saß direkt neben ihm, davon twitterte Kachelmann selbst auch ein Foto. Der Verteidiger ergriff laut "Express" später ebenfalls das Mikrofon. 

"Danke, dass ich heute Abend hier sein darf. Ich habe meinen Namen oft gehört...", beschreibt die "Berliner Zeitung" die erste Wortmeldung von Kachelmann. "Wer sind Sie denn, Lieber?", soll Schwarzer daraufhin gegen das blendende Scheinwerferlicht gesagt haben. Die Antwort: "Mein Name ist Jörg Kachelmann."

"Ich sagte, dass die wohl einzig Vorbestrafte da vorne säße. Einzelne Unmutsbekundungen aus dem Publikum", schreibt Kachelmann selbst über seine Wortmeldung auf Twitter. Seine Ex-Freundin sei eine Lügnerin und Falschbeschuldigerin, und von denen gebe es viele, zitiert die "Berliner Zeitung" Kachelmann. Dieses Video zeigt Ausschnitte aus dem Wortbeitrag, und auch Buh-Rufe aus dem Publikum.

Laut "Berliner Zeitung" hatte Schwarzer den Fall Kachelmann als "idealtypischen Beleg für ihre Kritik an deutscher 'Täterjustiz' im Sexualstrafrecht" herangezogen. Sie sprach demnach von "einer fatalen Übermacht der Gutachter zu Lasten der fast immer weiblichen Opfer", sowie "einer 'übergriffigen Rolle' der Medien".

Schwarzer reagierte augenscheinlich verwundert darauf, dass Kachelmann und sein Anwalt bei der Veranstaltung auftauchten und offenbar extra dafür angereist waren: "Ich muss sagen, und ich hoffe, Sie verstehen das richtig – ich meine es sogar Ernst – irgendwo bin ich gerührt", ist sie in einem Video zu hören.

Jörg Kachelmann und Alice Schwarzer haben immer wieder vor Gericht darum gestritten, was die Feministin über den Wetter-Unternehmer schreiben darf und was nicht. Hintergrund ist der Vergewaltigungsprozess um Kachelmann, in dem er freigesprochen wurde. Schwarzer hatte als Gerichtsreporterin darüber berichtet und den Prozess in Kolumnen kommentiert, unter anderem in ihrer Zeitschrift "Emma".
 

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, Kachelmann habe das Wort bereits während des Vortrags von Alice Schwarzer ergriffen. Tatsächlich jedoch trug er seine Stellungnahme erst während der Fragerunde vor. Für den Fehler bitten wir um Entschuldigung. 

(hebu)
 
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