| 18.14 Uhr

Sexuelle Übergriffe an Silvester
Neues Konzept soll Kölner Karneval sicherer machen

Köln: Stadtdirektor stellt Sicherheitskonzept für Karneval vor
Köln. Nach den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht in Köln hat die Stadt am Montag ein neues Sicherheitskonzept für die Karnevalstage vorgestellt. So soll mobile Beleuchtung "Angst- und Dunkelräume" verhindern.  Von Ludwig Krause

Die Stadt Köln wird 360.000 Euro mehr in die Sicherheit des Karnevals investieren als noch im vergangenen Jahr. "Wir sind uns darüber im Klaren, dass die Karnevalstage die Bewährungsprobe für uns darstellen", sagte Kölns Stadtdirektor Guido Kahlen. Man wolle nach den Übergriffen von Silvester beweisen, dass man in Köln friedlich feiern und leben könne. Die öffentliche Präsenz der Sicherheitsbehörden und des Ordnungsdienstes der Stadt Köln werde nochmals spürbar erhöht. "Wir sind anwesend, erkennbar und präsent", sagte Kahlen.

Für Frauen und Mädchen wird ein eigener Sicherheitspunkt eingerichtet, an dem unter anderem der Opferschutz, Sozialarbeiter und Polizei abrufbereit stehen. Mobile Beleuchtung soll als besonders heikel ausgemachte Punkte entschärfen. "Wir wollen eine Situation haben, in der es möglichst keine Angst- und Dunkelräume gibt", sagte Kahlen. Auch die hätten die Übergriffe der Kölner Silvesternacht erst möglich gemacht.

Als besonders neuralgische Punkte gelten die Altstadt, das Umfeld des Doms einschließlich Hauptbahnhof, das Zülpicher Viertel, die Ringe sowie der Bahnhof Deutz. Der Rathenauplatz wird während des Straßenkarnevals nachmittags, abends und nachts abgesperrt. Um "Tatgelegenheiten" zu vermeiden, wie es heißt. Alleine für die Beleuchtung, Absperrungen und zusätzliche Sanitäranlagen will die Stadt Köln 160.000 Euro investieren.

Bereits kurz nach den Übergriffen habe Bürgermeisterin Henriette Reker klar gemacht, dass man aus den Erfahrungen lernen müsse, sagte Kahlen. Darum habe man für ein neues und eigenständiges Sicherheitskonzept entwickelt. "Allen war klar, dass das notwendig und Karneval eine besonders schwierige Situation ist", sagte er.

Das neue Konzept sieht unter anderem ein Koordinierungsgremium vor, in dem alle sicherheitsrelevanten Gruppen gleichzeitig die nötigen Informationen erhalten, um tagesaktuell auf Gefahrensituationen reagieren zu können. "Da laufen alle Informationen von den Zügen, Veranstaltungen und anderen Bereichen zusammen. So können wir kurzfristig auf bestimmte Ereignisse reagieren", sagte Kahlen. Auch im Falle einer Terrorwarnung sei man auf alle möglichen Reaktionen vorbereitet.

Zur Sicherstellung der Unterstützung durch Feuerwehr und Rettungsdienste erhöht die Kölner Feuerwehr ihr Personal auf insgesamt 850 Kräfte. Insbesondere in der Innenstadt werden die Einsatzkräfte aufgerüstet.

Der Aufruf von Kölns Ordnungsamtschef Engelbert Rummel, andere Städte aus NRW mögen Köln mit Mitarbeitern des Ordnungsamts unterstützen, ist derweil eher auf verhaltenen Anklang gestoßen. Lediglich 13 Rückmeldungen von Interessierten habe es gegeben, sagte Rummel. Dazu kommen bisher 35 Freiwillige, die in anderen Abteilungen der Stadt arbeiten.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung dieses Artikels hatten wir berichtet, die Stadt Köln sperre an Karneval den Rathausplatz. Das ist falsch. Gesperrt wird der Rathenauplatz. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen. 

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