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Festkomitee Kölner Karneval
Flyer für Flüchtlinge: Schunkeln wird erklärt – Bützen nicht

Karnevals-Flyer für Flüchtlinge vom Festkomitee Köln
Die ersten Seiten des Flyers. FOTO: Festkomitee Kölner Karneval
Köln. Das Festkomitee Kölner Karneval hat einen Flyer herausgebracht, der in deutscher, englischer und arabischer Sprache Flüchtlingen den Karneval erklären soll. Grundregeln für den Umgang mit Frauen gibt es nicht. Von Ludwig Krause

"Wundere Dich nicht, wenn Du schon ab Anfang Januar Kölner in bunten Kostümen siehst." Mit einem neuen Flyer will das Festkomitee Kölner Karneval in Zusammenarbeit mit den betreuenden Hilfsorganisationen Flüchtlingen den rheinischen Karneval erklären. Im Vordergrund sollen dabei die Einladung mitzufeiern und konkrete Tipps für die Karnevalstage stehen, wie es von den Machern heißt.

Aller Diskussionen nach den Übergriffen am Kölner Hauptbahnhof zu Silvester zum Trotz: Regeln, wie man sich speziell gegenüber Frauen zu verhalten hat, finden sich in dem Faltblatt nicht. Nur so viel: "Der Umgang ist sehr locker, Freundlichkeit und Respekt sind oberstes Gebot. Ein Lächeln des anderen zeigt, ob er mit Dir feiern möchte."

Auch Alkohol ist ein Thema: Demnach würden zwar viele Kölner Bier oder andere alkoholischen Getränke zu Karneval trinken. Wer in Kneipen etwas trinken wolle, müsse ausreichend Geld dabei haben. Alkohol sei aber natürlich keine Pflicht. "Spaß haben, singen und tanzen kann man ohne Alkohol mindestens genauso gut."

Ansonsten geht es vor allem um Grundsätzliches: Wann und wo feiert man eigentlich Karneval? Was ist das Dreigestirn, wie kommt man zum Rosenmontagszug und wie teuer ist eine Festsitzung?

"Die Karnevalstage sind der ideale Zeitpunkt, die Menschen in Köln und ihre Lebensart näher kennen zu lernen", heißt es. "Dabei geht es vor allem darum, den Alltag für ein paar Stunden zu vergessen, indem man mit Freunden – aber ganz besonders auch mit Fremden – gemeinsam feiert."

Übrigens: "Bützen" wird in dem Flyer nicht erklärt – schunkeln hingegen schon. "Zur Musik haken sich Kölner beim Nebenmann ein – schunkeln heißt das in der Sprache der Einheimischen. Oft hält diese Bekanntschaft nur ein Lied lang und es wird dann in einer anderen Gruppe weitergefeiert."

Auf Deutsch, Englisch und Arabisch haben die Macher das Faltblatt herausgegeben. Es soll in zahlreichen städtischen Ämtern und Einrichtungen, Bezirksverwaltungsstellen und dem Bürgerladen der Stadt Köln ausliegen.

(lukra)