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Buch-Tipp
Keine Angst vor kleinen Mäusen

Buch-Tipp: Keine Angst vor kleinen Mäusen
Seit 2004 gibt es im Kölner Zoo den neuen Elefantenpark, in dem die grauen Riesen artgerecht gehalten werden können. Hier suchen die Dickhäuter gerade im Sandhaufen nach versteckten Leckereien wie Äpfeln und Möhren. FOTO: Stephan Eppinger
Köln. Der Kölner Zoodirektor Theo B. Pagel und der langjährige Tierpfleger Brian Batstone verraten 111 Dinge über die spannende Welt der großen Elefanten.

Wie unterhalten sich Elefanten? Sind sie traurig, wenn ein Artgenosse stirbt? Können Elefanten tauchen? Und habe sie wirklich Angst vor Mäusen? Diese und viele andere spannende Fakten über die Dickhäuter verraten der Kölner Zoodirektor Theo B. Pagel und Brian Batstone, der 41 Jahre als Tierpfleger im Kölner Zoo gearbeitet hat, in ihrem neuen Buch "111 Dinge über Elefanten, die man wissen muss" (Emons-Verlag, 240 Seiten, 16.95 Euro). Dabei geht es um Elefanten im Allgemeinen und um die Elefanten im Kölner Zoo im Speziellen.

Um die zu Beginn gestellten Fragen zu beantworten: Elefanten können sogar ohne Schnorchel tauchen und sie haben als die größten Landtiere der Erde keine Angst vor kleinen Mäusen. Außerdem verfügen Elefanten über eine Art Geheimsprache, mit deren Hilfe sich die sozialen Tiere sogar auf große Distanzen verständigen können. Die Sprache reicht von der Körpersprache bis zu Lautäußerung, die sich zum Teil im Infraschallbereich abspielen. Und Trauer kennen die Elefanten auch. Bei ihnen gibt es sogar so etwas wie eine Totenwache.

Der Name Elefant stammt vom Altgriechischen "Eléphas" ab. Innerhalb der Säugetiere haben die Dickhäuter als Rüsseltiere ihre eigene Familie. Es gibt in Afrika den Afrikanischen Elefanten und den kleineren Waldelefanten. Dazu kommt der Asiatische Elefant, der sich deutlich von seinen afrikanischen Vettern unterscheidet. Die beiden Arten haben sich vor dreieinhalb bis fünf Millionen Jahren von einandergetrennt. Eine Kreuzung zwischen beiden ist kaum möglich. Die nächsten lebenden Verwandten sind die Seekühe und die Schliefer. Andere Dickhäuter, wie die Hippos oder die Nashörner, haben dagegen nur wenig mit den Elefanten zu tun.

Erklärt wird von den Experten auch, wie Elefanten ihren Alltag meistern. Dazu gehört zum Beispiel der Einsatz des Universalwerkzeugs Rüssel sowie die Zähne der Dickhäuter, die in Backen- und Stoßzähne unterschieden werden. Die mächtigen Stoßzähne sind Werkzeug und Waffe zugleich. Elefanten erreichen oft ein hohes Alter und können in seltenen Fällen sogar 70 Jahre alt werden. Weitere Informationen gibt es auch zu den Sinnen der Elefanten wie dem eher schlechten Sehsinn und dem sehr guten Geruchssinn. Spannend ist außerdem, wie man die grauen Riesen nach Körpermerkmalen unterscheiden kann.

Über die Ernährung gibt es ebenfalls interessante Infos. Pro Tag frisst ein Elefant bis zu 250 Kilo und trinkt 200 Liter. Die Nahrung besteht unter anderem aus Gras, Blättern, Zweigen, Rinde, Früchten und Wasserpflanzen. Dabei können Elefanten ein Gewicht von bis zu 140 Tonnen erreichen. Das sehr gute Gedächtnis der großen Tiere gehört zu deren besonderen Eigenschaften - ein Elefantengehirn wiegt bis zu fünf Kilo und ist damit das größte aller Landtiere. Und es sind Tiere, die in ihrer natürlichen Heimat besonders bedroht sind und die dringend geschützt werden müssen.

Im Buch geht es zudem um die Geschichte der Haltung von Elefanten in Europa von den Römern bis heute - vom Zirkus bis zum Tierpark. Die Geschichten reichen von Hannibal und seiner Alpenüberquerung über Hanno, den Elefanten des Papstes, bis zum kleinen Elefanten Tuffi, der 1950 aus der Schwebebahn in Wuppertal sprang.

Erläutert wird ebenfalls das Konzept der artgerechten Kölner Elefantenpark mit seinen gut zwei Hektar Fläche, der 2004 eröffnet wurde. Auch hier wird in die Geschichte zurückgeblickt mit Marlar, Moma & Co. Dazu gehört auch Tanga aus Köln, die sich künstlerisch als Malerin betätigte. Mit Bintu lebt in Riehl der größte Elefantenbulle Europas. Sein Name bedeutet so viel wie "ein Tropfen Wasser". Er kam aus Sri Lanka über Großbritannien nach Köln. Besondere Freunde hat der kleine Jung Bul Kne - er wurde mitten in der Karnevalssession 2017 geboren und nach den Namen des damaligen Dreigestirns benannt.

Stephan Eppinger

Quelle: RP
 
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