| 16.22 Uhr

Neues Projekt in Köln
Ermittler schließen sich im Kampf gegen Intensivtäter zusammen

KIVEK: Kölner Projekt soll Verfahren gegen Intensivtäter verkürzen
Unterzeichneten die Kooperationsvereinbarung: Jakob Klaas, Leitender Oberstaatsanwalt, Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Polizeipräsident Jürgen Mathies. (v.l.n.r.) FOTO: Claudia Hauser
Köln. In Köln wollen Polizei, Stadt und Staatsanwaltschaft künftig in einem Projekt eng zusammenarbeiten, um die Ermittlungsverfahren gegen Intensivtäter zu beschleunigen. Die Behörden wollen so schneller erkennen, in welche Richtung sich ein Straftäter entwickelt.  Von Claudia Hauser

Am Dienstag unterzeichneten Oberbürgermeisterin Henriette Reker, der Leiter der Staatsanwaltschaft Köln, Oberstaatsanwalt Jakob Klaas und Polizeipräsident Jürgen Mathies die Kooperationsvereinbarung zu dem Projekt – der Kölner Initiative für vernetzte Kriminalitätsbekämpfung (KIVEK). "Wir haben es mit immer neuen Kriminalitätsphänomenen zu tun", sagte Klaas. Dazu gehörten etwa Betrüger, die mit Tricks wie Antanzen Feiernde in der Kölner Altstadt oder auf den Ringen bestehlen. Klaas nannte aber auch mobile Tätergruppen, die nach Köln kommen, um Einbrüche zu begehen. "Wir werden unter Beweis stellen, dass unser Rechtsstaat auch aktuellen Veränderungen effektiv begegnet."

Vernetzte Ermittlungen

Konkret soll es so laufen, dass 20 Ermittler der Polizei, drei Mitarbeiter des Ausländeramts und bis zu vier Staatsanwälte zusammenarbeiten. Geleitet wird das Projekt von einer Oberstaatsanwältin. Die Büroräume werden am Justizzentrum sein – wo auch das Haus des Jugendrechts ist, das als Vorbild für das Projekt gilt. Die Projektarbeit läuft schon, die neuen Räume werden aber erst im März bezogen, wie Klaas sagte.

Während beim Haus des Jugendrechts minderjährige Intensivtäter im Fokus stehen, geht es bei KIVEK um erwachsene Intensivtäter. Derzeit sind es in Köln 108, wie Polizeipräsident Mathies sagte. 60 Prozent sind Täter mit Migrationshintergrund – deshalb ist das Ausländeramt einbezogen. "Wir wollen die Täter auf dem Weg in die organisierte Kriminalität abfangen", sagte Klaas. Die Arbeit soll täterbezogen sein, nicht tatbezogen. So wird ein Körperverletzungsdelikt eigentlich in einer anderen Abteilung bearbeitet als etwa eine sexuelle Belästigung oder eine Beleidigung. Alle Informationen über einen Beschuldigten sollen künftig schneller zusammenfließen, es wird nicht mehr nach Delikten unterschieden. "Wir können dann besser einschätzen, wohin sich ein Täter entwickeln wird", sagte Mathies.

Kriminelle Karrieren rechtzeitig stoppen

Ermittlungs- und Gerichtsverfahren sollen beschleunigt, kriminelle Karrieren gestoppt werden. Dazu gehöre auch eine Verschlankung der Bürokratie. Akten müssen nicht mehr per Post verschickt werden, wenn alle unter einem Dach arbeiten. Mit der Konzentration auf die Intensivtäter wolle man "es ihnen ungemütlich machen in Köln", wie Mathies sagte. Durch die relativ kleine Gruppe der Intensivtäter werde eine große Anzahl von Straftaten begangen. So ermittelte die Polizei beispielsweise seit März gegen verschiedene Täter, die als Mitglieder einer Bande fast 50 Einbrüche verübt haben. Neun sind nun in Untersuchungshaft.

Im Fall der meist aus Nordafrika stammenden Täter, die etwa mit dem Antanztrick Beute machen, soll mit Hilfe des Ausländeramts schneller geklärt werden, ob der Beschuldigte einen legalen Aufenthaltsstatus hat. Ziel der Zusammenarbeit soll laut Reker sein, dass das Sicherheitsgefühl in Köln erhöht wird, indem Taten schnell und konsequent geahndet werden. 

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