| 18.26 Uhr

Köln
Raser-Kontrollen: 122 Fahrer müssen mit Fahrverbot rechnen

Illegale Autorennen: Kölner trauern um Opfer
Illegale Autorennen: Kölner trauern um Opfer FOTO: dpa, obe fdt
Köln. Polizei und Stadt Köln wollen ihre Schwerpunktkontrollen gegen Raser weiter verstärken. 20 Personen werden derzeit auf charakterliche Eignung zum Autofahren überprüft, 122 Fahrer müssen noch mit Fahrverbot rechnen.

Martin Lotz, Leiter der Direktion Verkehr bei der Polizei Köln, sagte: "Seit Anfang Mai hat die Ermittlungsgruppe "Rennen" bereits 20 Berichte zur Überprüfung der charakterlichen Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeugs dem Straßenverkehrsamt vorgelegt. 26 Fahrzeuge, bei denen meine Mitarbeiter die Verkehrstauglichkeit in Frage stellen, wurden sichergestellt. 122 Fahrzeugführer müssen in Folge unserer Maßnahmen zudem noch mit Fahrverboten rechnen."

Bei den intensivierten Radarkontrollen gegen Raser wurden insgesamt 2.554 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt, berichtet die Stadt Köln. Gegen 117 Fahrer wurden Bußgeldverfahren eingeleitet, weil sie die zulässige Höchstgeschwindigkeit um mehr als 21 Stundenkilometer überschritten hatten. Darüber hinaus müssen 26 Verkehrsteilnehmer mit einem Fahrverbot und bis zu zwei Punkten im Flensburger Punkteregister rechnen.

Polizei kontrolliert Raser am Tanzbrunnen in Köln FOTO: Ulrich Schütz

Neues Messgerät in Form einer Tonne

Polizei und Ordnungsamt werden auch am Wochenende wieder Sonderschichten fahren und die Geschwindigkeiten überwachen. Zur Ausweitung seiner Überwachung wird das Ordnungsamt in Kürze drei weitere Messeinrichtungen im Einsatz haben: Ab Freitag steht ein neues mobiles Messgerät in Form einer Tonne zur Verfügung, ab Anfang August ein zusätzliches Messfahrzeug sowie in einigen Wochen ein weiteres Fahrzeug.

Autorennen in Leverkusen: Wagen knallt in Ampel FOTO: Ulrich Schütz

Beim Ordnungsamt laufen derzeit 17 Bußgeldverfahren im Zusammenhang mit illegalen Rennen. Die Beschuldigten in diesen Verfahren müssen mit einem Bußgeld von maximal 480 Euro und einem Fahrverbot rechnen. Darüber hinaus werden zwei Punkte im Verkehrszentralregister fällig. In einem Fall wurde bereits die Entziehung einer Fahrerlaubnis veranlasst, weil sich der Beschuldigte noch in der Probezeit befand.

106 Kölnern wurde Führerschein entzogen

Alleine im ersten Halbjahr 2015 waren bereits 106 Kölner Führerscheininhaber von einem Entzug ihrer Fahrerlaubnis betroffen, nachdem sie acht Punkte im Flensburger Punkteregister erreicht hatten. Eine Wiedererteilung des Führerscheins ist frühestens nach sechs Monaten und nur bei einem positiven MPU-Gutachten möglich.

Das Amt für Straßen und Verkehrstechnik hat am Auenweg Tempo 30 angeordnet und durch aufgestellte Verkehrsbaken das Benutzen der Straße als Rennstrecke unterbunden. Bis spätestens Mitte nächster Woche sollen die mobilen Baken durch am Boden installierte Schwellen ersetzt werden.

Kontrollen an der Aachener Straße

Auf der Aachener Straße im Bereich der Kreuzung Innere Kanalstraße werden in den nächsten beiden Wochen zu unterschiedlichen Zeiten mobile Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen. 

Vertreter von Stadt und Polizei haben sich am Donnerstag mit großen deutschen Autovermietern und Carsharing-Unternehmen, dem Bundesverband der Autovermieter Deutschlands e.V. sowie dem Verband Deutscher Autovermieter e.V. getroffen. Im Austausch wurde festgestellt, dass es keine besondere, signifikante Häufung von Raserunfällen mit Fahrzeugen der anwesenden Unternehmen gibt. Die aktuellen Unfälle mit den Fahrzeugen der Unternehmen seien bedauerliche Einzelfälle.

Autovermieter wollen Behörden bei Tempo-Überschreitungen warnen 

Vereinbart wurden - unter Einbeziehung anderer großer Städte - gemeinsame Initiativen an die Bundesregierung zur Regelung des Informationsaustauschs zwischen Behörden und Unternehmen sowie der Vorgabe von technischen Standards, wie beispielsweise zur automatischen Warnung bei Geschwindigkeitsüberschreitungen. Die Unternehmen wollen hiermit ihr besonderes Interesse beim Vorgehen gegen Fahrzeugmissbrauch und Schäden an den Fahrzeugen zeigen. Auch waren sich die Beteiligten darüber einig, dass sie Aufklärungskampagnen von Stadt und Polizei unterstützen werden. 

Zwischen Polizei und Stadt wurde auch festgelegt, eine Öffentlichkeitskampagne zum Thema Raserei zu entwickeln. 
 

(rpo)