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Silvesternacht in Köln
Offenbar viel weniger Polizisten im Einsatz als gedacht

Die Ereignisse rund um die Silvesternacht in Köln
Die Ereignisse rund um die Silvesternacht in Köln FOTO: dpa, obe kno
Köln. Schon wieder eine Kommunikationspanne: Zehn Wochen nach den Übergriffen am Kölner Hauptbahnhof gesteht die Polizei ein, dass in der Silvesternacht deutlich weniger Polizisten im Einsatz waren als ursprünglich gedacht. Außerdem soll die sowieso schon niedrige Zahl der Beamten am Bahnhof nach Mitternacht noch mal reduziert worden sein. 

Zweieinhalb Monate nach den Übergriffen in der Kölner Silvesternacht hat die Polizei ihre bisherigen Angaben über die Zahl der eingesetzten Beamten deutlich nach unten korrigiert. Bisher habe die Polizei angegeben, dass im Bereich des Bahnhofs über 140 Landespolizisten im Einsatz gewesen seien, tatsächlich seien es nach heutiger Kenntnis aber rund 60 Beamte weniger gewesen, sagte ein Polizeisprecher unserer Redaktion auf Anfrage. 

Als Grund führte dem Blatt zufolge ein Sprecher der Polizei eine behördeninterne "Fehlinformation in der frühen Phase der Berichterstattung" an. Es seien alle Kräfte der Bereitschaftspolizei und nicht alle eingesetzten Kräfte des Gesamteinsatzes am Bahnhof zusammengezogen worden. Statt über 140 seien also nur gut 80 Beamte vor Ort gewesen. Die übrigen waren im übrigen Kölner Innenstadtbereich verteilt. Die Polizei sagt aber auch, dass der Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags bereits am 11. Januar 2016 über diese Zahlen unterrichtet worden sei. 

Polizisten zu anderen Einsätzen abgezogen

Diese 80 Mitarbeiter am Hauptbahnhof sind nach Mitternacht offenbar wegen anderer Einsatzlagen in der Kölner Innenstadt noch einmal reduziert worden, berichtet zumindest der "Kölner Express". Zum genauen Umfang wollte sich die Polizei demnach "aufgrund der anhängigen Strafermittlungsverfahren gegen eingesetzte Polizisten und Funktionsträger sowie den ehemaligen Polizeipräsidenten Wolfgang Albers" nicht äußern.

Es ist nicht die erste Kommunikations-Panne, die der Kölner Polizei in der Nachbereitung des Silvester-Einsatzes unterläuft. Die Pressesprecherin ist als Konsequenz zu den verharmlosenden Informationserklärungen im Nachgang zurückgetreten. Am Freitag sollen die zuständigen Einsatzleiter der Polizei vor dem Landes-Untersuchungsausschuss in Düsseldorf als Zeugen zu den Vorfällen aussagen.

In der Silvesternacht hatte es am Kölner Hauptbahnhof massenhafte sexuelle Übergriffe und Diebstähle gegeben. Die Polizei hatte die überwiegend nordafrikanischen Tätern zugeschriebenen Delikte nicht verhindern können. Nach einigen Tatverdächtigen wird mit Fahndungsfotos gesucht

 

(mer/AFP)
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