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Köln
Aufmerksamer Nachbar verhindert Trickdiebstahl

Köln. "Ich kann Ihnen die Taschen gerne hochtragen." Dieser Satz vor seiner Haustür kam einem Anwohner des Bebelplatzes in Köln-Deutz verdächtig vor. Er informierte die Polizei. Tatsächlich war es der Vorwand einer Trickdiebin, um sich Zutritt zur Wohnung seiner älteren Nachbarin (81) zu verschaffen. 

Am Freitagnachmittag hatte der Kölner sich in seiner Wohnung in dem Deutzer Mehrfamilienhaus aufgehalten. Durch das gekippte Fenster vernahm er gegen 17 Uhr ein Gespräch seiner Wohnungsnachbarin mit einer jüngeren Frau (21) vor der Haustür.

Die dunkelhaarige, mit einem Rock bekleidete Unbekannte kam dem aufmerksamen Nachbarn gleich verdächtig vor. Als die Seniorin ihre Begleiterin dann in ihre Obergeschoss-Wohnung einließ und unmittelbar danach zwei weitere Unbekannte ins Treppenhaus schlichen, alarmierte der Nachbar die Polizei.

Wie sich herausstellte, hatte die 21-Jährige, die erst kürzlich aus der Haft wegen Diebstahls entlassen worden war, die vom Einkauf zurückkommende Seniorin angesprochen. Die Trickdiebin biederte sich hierbei als der Geschädigten angeblich bekannte Krankenhausmitarbeiterin an. Erfreut über deren vorgebliche Hilfsbereitschaft ließ die ältere Dame sich arglos nach Hause begleiten.

Nachdem sich die Frau so Zutritt zur Wohnung ihres Opfers verschafft hatte, öffnete sie unter einem Vorwand auch ihrer gleichaltrigen Mittäterin die Tür. Auch diese näherte sich der Rentnerin scheinbar vertraulich und umarmte sie sofort.

Währenddessen wartete der 27-jährige Komplize im Treppenhaus. In der Wohnung lenkten die erfahrenen Trickdiebinnen die Seniorin ab, indem sie unter anderem um einen Zettel baten, um angeblich eigene Einkäufe zu notieren. Bevor das betrügerische Trio sich auch in diesem Falle Schmuck oder Bargeld greifen konnte, traf jedoch die von den Nachbarn alarmierte Streifenwagenbesatzung ein.

Der noch im Treppenhaus gestellte Komplize ist bereits als Urkundenfälscher und Einbrecher in Erscheinung getreten. Er wies sich mit einer französischen Aufenthaltserlaubnis aus. In Deutschland kann er keinen festen Wohnsitz nachweisen.

Demgegenüber fand sich bei der am Küchentisch der 81-Jährigen sitzenden, vorgeblich so hilfreichen "Krankenhausmitarbeiterin" zumindest ein Entlassungsschein der Justizvollzugsanstalt Köln. Auch ihre gleichaltrige Komplizin geht nach Erkenntnissen der Kripo Köln zumindest keiner legalen Erwerbstätigkeit nach und ist als "Touristin" in Deutschland unterwegs.

Die Festgenommenen wollten sich auf den Tatvorwurf beim ermittelnden Kriminalkommissariat nicht einlassen. Noch am Wochenende schickte ein Richter das Trio in Haft. 

(csr)