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Köln aus der Vogelperspektive

Buch-Tipp: Köln aus der Vogelperspektive
Der imposante Blick über die Altstadt, den Dom, die Hohenzollernbrücke und den Hauptbahnhof vom kleinen wendigen Flugzeug aus gesehen. FOTO: Heinz Fuchs
Köln. Neuer Bildband zeigt Köln, seine Veedel und seine Menschen in vielen eindrucksvollen Aufnahmen aus der Luft. Auf jedem Foto gibt es spannende Dinge zu entdecken.

Luftbilder sind Fotos für Entdecker. Das gilt beispielsweise für die Aufnahme, auf der die Domumgebung mit dem Bahnhof, der Altstadt, dem Agnesviertel und dem Rhein zu sehen ist. Immer wieder entdeckt das Auge neue Details und Strukturen, die der Mensch vom Boden gar nicht entdecken kann.

FOTO: Heinz Fuchs

Bei manchen Aufnahmen wird auch klar, was für eine grüne Stadt Köln trotz ihrer Größe geblieben ist. Das gilt für die Umgebung der frühromanischen Kirche St. Pantaleon unweit des Rings genauso wie für Deutz mit dem Tanzbrunnen und dem großen Rheinpark oder die Südstadt mit den zahlreichen Grünflächen.

Mit einem kleinen, wendigen Flugzeug haben sich Pilot Jörg Schaefer und Fotograf Heinz Fuchs aufgemacht, um Köln von oben zu erkunden. Dritter im Bunde ist als kenntnisreicher Autor Detlef Reich. Sie lassen in ihrem Bildband die Blicke schweifen über die Dächer und Türmer der historischen Gebäude, über die Rheinbrücken und Uferpromenaden, über Wohnviertel und Industrieanlagen.

Gezeigt wird ein FC-Spiel im Stadion aus der Vogelperspektive genauso wie die Pferderennbahn oder der Weihnachtsmarkt am Dom. Spannend sind die Einblicke an Orten, die man normalerweise nicht zu Gesicht bekommt, wie das Weißhaus in Sülz als mittelalterliches Wasserschloss mit einer eigenen neugotischen Kapelle, umgeben von einer großen Parkanlage an der Luxemburger Straße.

Dabei sind Luftaufnahmen nicht immer selbstverständlich gewesen. Bis 1990 unterlag die Veröffentlichung solcher Aufnahmen einer generellen Genehmigungspflicht. Heute ist nur noch das die Sicherheit gefährdende Abbilden militärischer Einrichtungen sowie das Eindringen in die geschützte Privatsphäre von Personen nicht erlaubt, wie der Leser im Geleitwort von Henriette Meynen und Dieter Klein-Meynen erfährt.

Den Wunsch, von hoch oben Orte zu erfassen und abzubilden, gab es schon im ausgehenden Mittelalter, als Maler und Grafiker sich des Kunstgriffs der Vogelschau bedienten. Als Mitte des 19. Jahrhunderts sich die Fotografie entwickelte, dienten Kirch- und Wehrtürme oft als Position für Bilder einer Stadt. Später wurden auch Fesselballons und Zeppeline genutzt. Mit den Motorflugzeugen gab es ab dem Ersten Weltkrieg einen Schub für die Luftbildfotografie. Dennoch dauerte es bis in die 80er Jahre, bis die ersten reinen Luftbildbände über Köln entstanden.

Zu sehen gibt es aus der Luft auch Hinweise auf die Entstehungszeit einzelner Stadtteile. So verfügt die Neustadt über schnurgerade, teils sternförmig zulaufende Straßen, während bei der Altstadt eine eher unregelmäßige Parzellierung zu erkennen ist. Während der eine Teil Kölns planmäßig erschlossen wurde, ist der andere über Jahrhunderte in seinen Strukturen gewachsen. Spannend sind auch die Blicke auf bestimmte Gebäudeensemble wie das Maritim-Hotel, das Vierscheibenhaus des WDR, das Schokoladenmuseum, das Oberverwaltungsgericht oder die modernen Bürobauten am Rheinufer von Bayenthal.

Heinz Fuchs, Detlef Reich, Jörg Schaefer: Köln aus der Luft - spektakuläre Bilder der Domstadt, Regionalia-Verlag, 150 Seiten, 14.95 Euro.

Stephan Eppinger

Quelle: RP
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