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Protest gegen AfD-Parteitag in Köln
Von Storch nennt Karnevalisten "erbärmliche Gutmenschenfanatiker"

Köln: Beatrix von Storch nennt Karnevalisten "erbärmliche Gutmenschenfanatiker"
Beatrix von Storch 2015 im November 2015 beim 4. Bundesparteitag in Hannover. FOTO: dpa, jst pil wst
Köln. Mit einer drastischen Wortmeldung hat sich AfD-Politikerin Beatrix von Storch in den Streit um das Bundestreffen ihrer Partei in Köln eingeschaltet. Karnevalisten, die gegen die Veranstaltung protestierten, nennt sie "erbärmliche antidemokratische Gutmenschenfanatiker".  Von Sabine Kricke

Anlass der Diskussion ist der AfD-Bundesparteitag, der für den 22. und 23. April im Kölner Maritim Hotel angesetzt ist. Im großen Saal des Hauses am Heumarkt finden während der Karnevalssession regelmäßig Veranstaltungen statt. Mehrere bekannte Karnevalisten - darunter Bands wie die Höhner, Bläck Fööss oder Kasalla - hatten in einem offenen Brief gegen den AfD-Parteitag protestiert.

Beatrix von Storch, Stellvertretende Bundesprecherin der AfD, nannte die Kölner Künstler in einem Post auf Twitter am Mittwochmorgen "erbärmliche antidemokratische Gutmenschenfanatiker". 

Dem Brief zufolge, der dem "Kölner Stadt-Anzeiger" vorliegt, wollen die Künstler nicht hinnehmen, "dass in Kürze der AfD und Björn Höcke auf eben diesen Brettern der Maritim-Bühne Gelegenheit gegeben werden soll, einer menschenverachtenden Gesinnung Gehör zu verschaffen". Höcke stand zuletzt in der Kritik, weil er das Berliner Holocaust-Mahnmal in einer Rede als "Denkmal der Schande" bezeichnet hatte. 

Kölner AfD verweist auf "Unsicherheiten von Frauen"

Auch die AfD im Kölner Stadtrat schaltete sich am Mittwoch in die Diskussion ein. In einem offenen Brief mit dem Titel "Irgendwann ist auch gut!" ging das Schreiben an den Vorstand der Kölsche Funke Rut-Wiess vun 1823 e.V.. "Leider haben wir den Eindruck, dass die Meinungsfreiheit bei manchen offenkundig nur für die eigene Meinung gilt", heißt es darin. Unterzeichnet haben den Brief der Kölner Fraktionsvorsitzende Roger Beckamp und Roland Quinten, Sprecher des Kreisverbandes Köln.

Dinge, die den Kritikern nicht "ins Bild passen", würden ausgeblendet - so der Vorwurf der AfD. Den Bogen zum Karneval schlägt die Partei über angebliche Unsicherheiten von Frauen, die nicht ernst genommen würden. Dabei beruft man sich auf Zahlen der "Gesellschaft für Trend- und Wahlforschung".

Statt einer Absage des Parteitags fordern die Unterzeichner "Karnevalsgesellschaften, Musikgruppen, Redner, Tanzgruppen, die sich laut und unmissverständlich für die Bewegungsfreiheit von Mädchen und Frauen im Kölner Karneval aussprechen". Man stehe zudem "jederzeit für öffentliche Diskussionen, persönliche Gespräche, Briefwechsel und Kneipenbesuche zur Verfügung". 

Der Präsident der Roten Funken, Heinz-Günther Hunold, hatte zuvor im "Kölner Stadt-Anzeiger" vorgeschlagen, den Termin für den AfD-Bundesparteitag im Maritim Hotel zu übernehmen. Stattdessen sollten die Karnevalsvereine an dem Tag ein "Fest der Kulturen" feiern. Auch in Düsseldorf gibt es prominente Unterstützer des Protestes der Kölner Karnevalisten. 

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