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Übergriffe auf Frauen in Köln
Polizei nimmt zwei weitere Tatverdächtige fest

Übergriffe in Köln: Was wir wissen – was wir nicht wissen
Übergriffe in Köln: Was wir wissen – was wir nicht wissen
Köln. Haufenweise Videos, Dutzende Anzeigen, etliche Verdächtige - und nun eine erste kleine Spur: Nach den Ausschreitungen in der Kölner Silvesternacht sind zwei Männer festgenommen worden. Sie sollen an den Übergriffen beteiligt gewesen sein, die die Polizei in ihrem Einsatzbericht (PDF) als beschämend bewertet hatte. 

Nach den Übergriffen von Köln sind zwei mutmaßliche Trickdiebe festgenommen worden, die auch in der Silvesternacht am Bahnhof gewesen sein sollen. Bei den 16 und 23 Jahre alten Männern aus Marokko und Tunesien seien Handys sichergestellt worden, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Nach Angaben von WDR und "Kölner Stadt-Anzeiger" zeigen die Videos Ausschreitungen und Übergriffe auf Frauen. Außerdem sei ein Zettel mit arabisch-deutschen Übersetzungen von sexistischen Begriffen sichergestellt worden. Der Polizeisprecher kommentierte das nicht.

Nach seinen Angaben waren die Männer den Polizisten auf dem Bahnhofsvorplatz aufgefallen. Bei ihnen wurde auch Beute aus Trickdiebstählen sichergestellt.

Laut Polizei ist die Zahl der Anzeigen inzwischen auf rund 170 gestiegen, drei Viertel davon haben einen sexuellen Hintergrund. Der Polizei liegen 350 Stunden Videomaterial vor, rund 250 verschiedene Daten müssten ausgewertet werden, sagte der Polizeisprecher. Die bislang 80-köpfige Ermittlungsgruppe "Neujahr" wurde auf 100 Beamte aufgestockt.

Bundespolizei kennt 32 Tatverdächtige

Die Bundespolizei gibt an, in der Silvesternacht in Köln 32 Straftaten registriert zu haben, zu den 32 Tatverdächtige namentlich bekannt sind, darunter 22 Asylbewerber. Das teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums mit. Unter den Straftaten waren demnach drei Sexualdelikte, zu denen allerdings bislang keine Täter ermittelt worden seien.

Bei den bekannten Tatverdächtigen handelt es sich den Angaben zufolge um neun Algerier, acht Marokkaner, fünf Iraner, vier Syrer, einen Iraker, einen Serben und einen US-Bürger, außerdem drei Deutsche. 18 der 29 Ausländer seien Asylbewerber.

Bei den Straftaten handele es sich vorwiegend um Körperverletzungen, auch schwere Körperverletzungen sowie um Eigentumsdelikte wie Diebstahl oder Raub. Sexualdelikte seien als "Beleidigung auf sexueller Basis" eingestuft worden. Es seien Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.

Alle Zahlen beziehen sich nur auf die Erkenntnisse der Bundespolizei, die ihrem Auftrag gemäß nur innerhalb des Kölner Hauptbahnhofs sowie in dessen unmittelbarem Vorfeld eingesetzt war. Erkenntnisse der nordrhein-westfälischen Landespolizei sind in den Daten nicht enthalten. Diese will am Montag einen Ermittlungsbericht vorlegen. Am Hauptbahnhof in Köln waren in der Silvesternacht Dutzende Frauen von Männergruppen bedrängt, sexuell belästigt und beraubt worden.

Ein Einsatzbericht der Polizei bewertete die Ereignisse als beschämend. Auffällig gewesen sei die hohe Zahl der Migranten, Einsatzkräfte seien verhöhnt und bespuckt worde. Hier der Bericht im Original als PDF

Die Übergriffe von Köln - das ist der aktuelle Stand.

(lsa/lnw/AFP)
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