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Köln
Gewalt zwischen Türken und Kurden - Polizei setzt Reizgas ein

Krawalle in Köln zwischen Kurden und Türken
Krawalle in Köln zwischen Kurden und Türken FOTO: dpa, mb lof
Köln/Hamburg. Zwar hat am Sonntag mit deutlich weniger Teilnehmern als erwartet eine Demonstration türkischer Organisationen in Köln begonnen - zu Ausschreitungen ist es trotzdem gekommen.

Die Gruppe "AYTK" hatte bis zu 5000 Teilnehmer zu einem "Friedensmarsch für die Türkei" angemeldet - die Polizei zählte zum Auftakt knapp 400 Demonstranten. Zeitgleich versammelten sich vor dem Hauptbahnhof etwa 250 vorwiegend kurdische Gegendemonstranten. Die Polizei war mit starken Kräften im Einsatz, zunächst war es jedoch noch weitgehend friedlich geblieben.

Gegen 16.30 ist es einem Bericht des "Kölner Stadtanzeigers" zufolge allerdings zu Ausschreitungen gekommen. In einer Kneipe gingen demnach Demonstranten und Gegendemonstranten aufeinander los. Kurdische Störer hatten die türkischen Demonstranten als "Faschisten" beschimpft. Die Polizei räumte das Lokal und setzte mehrere Personen in einer Seitengasse zwischen Bahnhof und Eigelstein fest. Bei der Verfolgung setzten die Beamten auch Reizgas ein. Die Polizei nahm mindestens 24 Personen in Gewahrsam.

Auch in mehreren anderen deutschen Städten waren Demonstrationen von Türken und Kurden geplant. In Stuttgart wurden nach Polizeiangaben aus den Reihen von Kurden und linker deutscher Aktivisten Steine und Böller geworfen, zwölf Beamte und fünf Demonstranten seien verletzt worden.

In Hamburg kamen laut Polizei rund 1250 Menschen zu einer Demonstration von kurdischen und linken Gruppen, um gegen eine Kundgebung von Türken mit rund 100 Teilnehmern zu protestieren. In Hannover und Bremen gingen mehrere Hundert Türken und Kurden friedlich auf die Straße. In Frankfurt demonstrierten etwa 300 Türken und 400 Kurden. Starke Polizeikräfte hielten die verfeindeten Gruppen am Sonntag getrennt. Kleinere Zwischenfälle gab es in Hamburg und Frankfurt.

(felt/dpa)
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