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Prozess in Köln
Islamischer Verein soll Mitglieder um Millionen betrogen haben

Köln: Islamischer Verein soll Mitglieder um Millionen betrogen haben
Der Fall wird am Kölner Landgericht verhandelt. (Symbolfoto) FOTO: dpa, obe vge
Köln. Verantwortliche der Islamischen Gemeinschaft "Milli Görüs" mit Sitz in Köln müssen sich ab Mitte September vor Gericht verantworten. Es geht um Betrug mit Millionenschaden und Steuerhinterziehung.

Vor Gericht stehen drei ehemalige Verantwortliche und zwei Mitarbeiter der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs e.V. mit Sitz in Köln. Ab dem 18. September verhandelt die Wirtschaftskammer des Kölner Landgerichts Vorwürfe aus zwei verschiedenen Anklageschriften. Beide Verfahren werden gemeinsam verhandelt. 

Im ersten Fall geht es um Steuerhinterziehung. Drei ehemaligen Verantwortlichen und einem Buchhalter des Vereins wird vorgeworfen, zwischen 2004 und 2008 Steuern hinterzogen zu haben, indem sie Einkünfte, zum Beispiel aus der Organisation von Pilgerreisen und dem Verkauf von Gebetskalendern, verschwiegen. 

Denselben drei ehemaligen Mitarbeitern und dem Vorsitzenden der Zentral-Buchhaltung des Vereins wirft die Staatsanwaltschaft vor, zwischen 2005 und 2009 Vereinsmitglieder betrogen zu haben. Für so genannte Kurbanopfer, Tieropfer für das Glaubensfest Kurban, sollen die Angeklagten von Vereinsmitgliedern jeweils 100 Euro entgegengenommen haben, gemäß der Anklage aber 30 Prozent der eingenommenen Gelder für andere Zwecke verwendet haben. Die Staatsanwaltschaft spricht in der Anklage von einem Betrugsschaden von mehr als 11 Millionen Euro. 

Gegen drei der Angeklagten könnte zudem ein weiteres Verfahren eröffnet werden. Die Männer sollen Sozialversicherungsabgaben nicht ordnungsgemäß abgeführt haben. Ob das Verfahren eröffnet wird, steht noch nicht fest. 

(sef)
 
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