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Prozess in Köln
Mann soll Teenager zu Sturz von Staumauer gezwungen haben

Köln: Mann soll Teenager zu Sturz von Staumauer gezwungen haben
Auf der Staumauer der Brucher Talsperre soll der Angeklagte den damals 18-Jährigen mit dem Tod bedroht und schließlich den Absturz verursacht haben. Der junge Erwachsene erlitt schwere Kopfverletzungen. FOTO: dpa, obe lof
Köln. Er soll einen Teenager zum Sturz von einer Staumauer gezwungen haben - jetzt hat gegen den 47-Jährigen vor dem Kölner Landgericht ein Prozess wegen versuchten Mordes begonnen.

Dem Mann wird vorgeworfen, den damals 18-Jährigen zu dem Sturz gezwungen zu haben, damit ein Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs eingestellt wird.

In den Jahren 2009 und 2010 soll er sich an dem damals 13 Jahre alten Nachbarsjungen vergangen haben. Auch wegen dieser Vorwürfe und anderer mutmaßlicher sexueller Übergriffe auf Jugendliche ist der Mann angeklagt. Bevor er am Montag zu den Anschuldigungen befragt werden sollte, schloss das Gericht die Öffentlichkeit aus.

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Nach dem mutmaßlichen Missbrauch hatte das Opfer nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Sommer 2014 Anzeige gegen den Mann erstattet. Als im November seine Wohnung durchsucht wurde, habe er Wind davon bekommen und sei schließlich im Dezember nachts in das Schlafzimmer des Opfers eingestiegen. "Er verlangte, dass der Geschädigte Dokumente verfassen sollte, in denen dieser seine Vorwürfe gegen den Angeklagten bedauerte und seinen Selbstmord ankündigte", sagte der Staatsanwalt. Danach seien beide zur Brucher Talsperre gefahren.

Auf der Staumauer soll er ihn mit dem Tod bedroht und schließlich den Absturz verursacht haben. Der junge Erwachsene erlitt schwere Kopfverletzungen. Er wurde durch Zufall von einer Spaziergängerin gefunden.

Das Gericht hat zunächst 20 Verhandlungstage bis Ende November angesetzt.

(lnw)