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Köln
Kölner Polizei löst SEK-Kommando auf

Köln: Polizei löst Skandal-Kommando auf
Die Elite-Polizisten der Spezialeinsatzkommandos (SEK) sind die härtesten Beamten, die das Land ausbildet. FOTO: dpa, Montage: RP
Köln. Die Kölner Polizei löst ihr SEK-Kommando auf, das mehrfach für Skandale gesorgt hatte. Dies gab das Präsidium am Dienstag bekannt. Vier Polizisten bekommen einen vollständig neuen Aufgabenbereich zugewiesen. Die Polizei-Gewerkschaft reagiert empört.

Wie die Kölner Polizei am Dienstag bekanntgab, wird das freigestellte SEK-Kommando nach Mobbingvorwürfen vollständig aufgelöst. Vier Mitglieder des Kommandos müssen die Spezialeinheiten verlassen. Für sie wird den Angaben zufolge eine andere Verwendung bei der Kölner Polizei gesucht.  

Die Mobbingvorwürfe hatten in diesem Sommer für großen Wirbel gesorgt: Nun zog der Kölner Polizeipräsident Konsequenzen.

Fünf weiteren Mitgliedern wurde angeboten, weiterhin für ein SEK-Kommando zu arbeiten, allerdings nur außerhalb von Köln. "Der derzeitige Erkenntnisstand lässt solch konsequente Organisationsmaßnahmen und differenzierte Personalentscheidungen bereits zum jetzigen Zeitpunkt zu. Diese Entscheidung ist auch geboten, um frühestmöglich die Weichen für einen Neuaufbau zu stellen und das SEK in vollem Umfang wieder handlungsfähig zu machen", sagt Polizeipräsident Wolfgang Albers. 

Bei den Mobbingvorwürfen ging es um Aufnahmerituale innerhalb der Polizeieinheit, im Zuge derer SEK-Anwärter von ihren dienstälteren Kollegen schikaniert und gequält worden seien. So sei einer der Neuen über Tage hinweg gegen seinen Willen gefesselt worden, zumeist an einen seiner Kollegen. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe wurde das Kommando vom Dienst freigstellt.

Bereits im August hatte das NRW-Innenministerium darauf gedrängt, eine neue Führungsstruktur für die 18 Elite-Einheiten der NRW-Polizei einzurichten. Innenminister Ralf Jäger hatte die Kölner Schikanen als "in keiner Weise akzeptabel" verurteilt und "dienstrechtliche Konsequenzen" angekündigt. 

Der NRW-Chef der Gewerkschaft der Polizei, Arnold Plickert, griff nach der Entscheidung den Kölner Polizeipräsidenten Wolfgang Albers scharf an: "Die Auflösung der SEK-Einheit in Köln ist eine Vorverurteilung der betroffenen Beamten. Dafür habe ich kein Verständnis", sagte Plickert unserer Redaktion.

"Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen in dieser Sache eingestellt, und die disziplinarischen Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Deshalb ist die Auflösung des SEK zum jetzigen Zeitpunkt völlig unangemessen", sagte Plickert.

Mehr Informationen zum SEK-Skandal finden Sie hier.

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