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Köln
Polizei startet Groß-Razzia gegen Eisenstangen-Schläger

Köln: Polizei startet Groß-Razzia gegen Eisenstangen-Schläger
FOTO: Gerhard Seybert
Köln, Düsseldorf, Essen. Die Polizei ist auf der Suche nach den Männern, die im vergangenen April einen Autofahrer mit einer Eisenstange krankenhausreif geschlagen haben sollen. Am Mittwochmorgen durchsuchten die Beamten mehr als 30 Wohnungen in Nordrhein-Westfalen.

Ein ungewöhnlicher Fall von massiver Gewalt nach einer Kurden-Demonstration hat die Kölner Staatsanwaltschaft am Mittwoch zu einer Razzia in 32 Wohnungen in Köln, Düsseldorf, Leverkusen, Wuppertal, Duisburg, Essen, Dortmund und Hannover veranlasst. Ein Mann wurde festgenommen. Bei den Durchsuchungen stellten die eingesetzten knapp 200 Beamten Handys und Waffen als Beweismittel sicher. "Außerdem wurden in geringem Umfang Drogen gefunden", berichtete der zuständige Oberstaatsanwalt.

Knapp 60 prokurdische Anhänger hatten am 10. April einen politischen Gegner – einen 38-jährigen Türken, auf dessen Auto das Emblem der türkisch-nationalistischen "Graue Wölfe" prangte – auf der Kölner Keupstraße zusammengeschlagen, schwer verletzt und das Auto mit Steinen und Holzlatten zerstört. "Einen solchen Angriff mit 60 gegen einen hat es bei uns noch nicht gegeben", sagte der Oberstaatsanwalt.

Opfer und Täter seien nach der Demonstration wohl zufällig aufeinandergetroffen und hätten sich nicht gekannt. Den noch zu ermittelnden Tätern wird gefährliche Körperverletzung und Landfriedensbruch vorgeworfen. Einige Täter sollen die Tat mit ihren Handys gefilmt haben.

 

(sef)