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Leverkusener in Köln erschossen
Beschuldigter gesteht Tat vor Gericht

Leverkusener in Köln-Mülheim erschossen
Leverkusener in Köln-Mülheim erschossen FOTO: Dennis Truckenbrodt
Köln. Ein Streit in einer Kölner Gaststätte eskaliert - ein Mann stirbt durch einen Kopfschuss. Der mutmaßliche Täter legt vor Gericht ein Geständnis ab. Er habe sich von dem Opfer respektlos behandelt gefühlt.

Ein 54-Jähriger hat vor dem Kölner Landgericht gestanden, in einer Gaststätte einen Mann erschossen zu haben. "Es gab keinen wirklichen Grund für die Tat, und er bedauert die Tat. Er ist entsetzt darüber, was er angerichtet hat", hieß es in einer Erklärung des Angeklagten, die sein Verteidiger am Donnerstag am ersten Prozesstag verlas.

Laut Anklage hatte der Mann in Köln-Mülheim mit seinem späteren Opfer gestritten. Als der 46-Jährige ihn aus dem Lokal zerren wollte, habe der Angeklagte ihm ohne Vorwarnung in den Kopf und den Oberkörper geschossen. Der Mann starb noch am Tatort.

Der Tatort, das Cafe La Fayette in der Keupstraße. FOTO: dpa, mb mg

Verteidiger Karl-Christoph Bode erklärte, die beiden Männern hätten zunächst vor der Kneipe einen kurzen verbalen Streit gehabt - wahrscheinlich, weil der 46-Jährigen seinen Mandanten sinngemäß als "Handlanger" bezeichnet habe.

In dem Lokal habe sich der andere dann aufgeführt "wie ein Boss" und seinen Mandanten beschimpft. Der 46-Jährige habe ihn wie ein kleines Kind nach draußen auf die Straße ziehen wollen - "offensichtlich, um ihn dort zu verprügeln".

"Er fühlte sich respektlos behandelt", sagte Bode. Da habe der Angeklagte die geladene Waffe aus dem Hosenbund gezogen und dreimal geschossen. Einige Tage nach der Tat im September 2015 stellte der 54-Jährige sich der Polizei. Die Anklage lautet auf Totschlag.

Die Pistole habe der Hartz-IV-Empfänger sich schon vor geraumer Zeit besorgt, weil er sich aus dem Umfeld seiner Ex-Frau bedroht gefühlt habe, hieß es in der Erklärung. Der Vater von sieben Kindern habe jahrelang Cannabis und Kokain konsumiert, darunter habe sein Gedächtnis gelitten.

Auch an die Tat habe er nur bruchstückhafte Erinnerungen. Sein späteres Opfer habe er nur flüchtig gekannt und bis dahin nie Probleme mit ihm gehabt.

(csr/sef/dpa)
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