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An der Zoobrücke in Köln
Seilbahn-Drama über dem Rhein - Familie aus 40 Metern Höhe gerettet

Familie aus Seilbahn in Köln gerettet (2014)
Familie aus Seilbahn in Köln gerettet (2014) FOTO: dpa, cul
Köln. Die Höhenretter der Kölner Feuerwehr leisteten ganze Arbeit: Am Dienstagabend befreiten die Einsatzkräfte eine vierköpfige Familie mit Säugling, Kleinkind, Mutter und Vater aus einer Seilbahn-Gondel an der Kölner Zoobrücke. Das Gefährt hatte sich verhakt, die Familie wurde aus 40 Metern Höhe in ein Feuerwehrboot abgeseilt. Auch zwei weitere Insassen wurden gerettet. Am Mittwoch wollen sich Feuerwehr und KVB zu dem Vorfall äußern.  Von Roland Leroi

Am späten Nachmittag gegen etwa 17 Uhr ging plötzlich nichts mehr. Die Seilbahn an der Kölner Zoobrücke steckte fest - und das bei Herbstwetter mit Sturmwarnung. Am schlimmsten hatte es eine vierköpfige Familie erwischt, deren Gondel mitten über dem Rhein stehengeblieben war. Erste Versuche, die Gondel wieder in Bewegung zu setzen, schlugen fehl. 

Vier Gondeln der Seilbahn waren stehengeblieben

Am frühen Abend waren Höhenretter der Feuerwehr zu dem Einsatz an der Kölner Zoobrücke ausgerückt: Vier Gondeln der Seilbahn, die sich über den Rhein zieht, waren im laufenden Betrieb stehengeblieben. In der Gondel direkt über dem Wasser befand sich die vierköpfige Familie. Deren Rettung erwies sich als schwierig, weil sich die Gondel im Seil verhakt hatte, wie Feuerwehrsprecher Jens Müller unserer Redaktion berichtete.

Die Anspannung: gewaltig. Aber die Feuerwehr zeigte sich überzeugt von den eigenen Fähigkeiten. "Die Kollegen schaffen das. Ich kann versichern, dass die Menschen nicht in der Gondel übernachten werden müssen", meinte Müller im Verlauf der Rettungsaktion. Insgesamt waren rund 30 Einsatzkräfte der Feuerwehr vor Ort. 

Die längste Seilbahn der Welt FOTO: AFP

Die Höhenretter arbeiteten sich zunächst von der rechtsrheinischen Uferseite zu den Passagieren vor, beruhigten, spendeten Trost. Starker Wind und Dunkelheit beeinträchtigen die Rettungsarbeiten. Techniker des Betreibers und Feuerwehrleute versuchten zunächst, die über dem Fluss hängende Gondel wieder flott zu bekommen, um sie dann an eine Station ziehen zu können. 

Um 20.15 Uhr zogen die Höhenretter der Kölner Feuerwehr die letzte Option und begannen damit, die Familie abzuseilen. Rund eine Viertelstunde wurde benötigt, bis Vater und Säugling aus 40 Metern Höhe sicher in einem Rettungsboot angekommen waren. In zwei Etappen wurden anschließend erst die Mutter und dann ihr zwei Jahre alter Sohn aus der Gondel befreit. Um 20.35 Uhr wurde das Abseilen der Familienmutter und ihres zwei Jahre alten Kleinkindes vorbereitet. 

Laut ersten Angaben nach ärztlichen Untersuchungen geht es den Geretteten den Umständen entsprechend gut.

Seilbahn-Drama hielt New York in Atem FOTO: AFP

Amerikaner aus einer zweiten Gondel gerettet

Die Rettung von Passagieren einer zweiten Gondel gestaltete sich gegen 18.30 als deutlich einfacher. In ihr befanden sich zwei Amerikaner (22 und 23 Jahre alt) aus New Jersey. Höhenretter seilten die Insassen auf festem Untergrund ab. Die beiden weiteren Gondeln waren zum Zeitpunkt des Ausfalls nicht mit Passagieren besetzt.

Gegen 21.15 Uhr war die Rettungsaktion beendet. Die Einsatzkräfte konnten ihre Materialien zusammenräumen.

Warum die Seilbahn stehengeblieben ist, blieb zunächst unklar. Darüber, ob die starken Herbstwinde für den Stillstand der Bahn verantwortlich seien, wollte sich die Feuerwehr am Abend  nicht äußern. Aber auch ein technischer Defekt war nicht auszuschließen. Der Betrieb der Seilbahn ist bis auf Weiteres eingestellt. Am Mittwoch werden Feuerwehr und die Kölner Verkehrsbetriebe als Betreiber der Seilbahn über den Zwischenfall informieren. Das kündigte die Feuerwehr an.

Im ARD-Morgenmagazin äußerten sich die Kölner Verkehrsbetriebe bereits und erklärten, dass sie über eine Entschädigung für die Seilbahn-Familie nachdenken. Angedacht sei unter anderem eine Schiffsfahrt für 60 Personen auf dem Rhein.

"Kölns sicherstes Verkehrsmittel"

Die rund 930 Meter lange Seilbahn verbindet den Zoo mit dem Rheinpark auf der gegenüberliegenden Flussseite. Sie ist seit 1957 in Betrieb und hat seitdem rund 17 Millionen Fahrgäste transportiert. Auf der Homepage wird die Seilbahn als "Kölns sicherstes Verkehrsmittel" bezeichnet.

 
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