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32-Jährigen in Köln vor Bahn geschubst
Richter erlässt Haftbefehl wegen fahrlässiger Tötung

Mann stirbt bei Unfall mit KVB-Bahn in Köln
Mann stirbt bei Unfall mit KVB-Bahn in Köln FOTO: Thomas Kraus
Köln. Ein Mann, der in der Nacht zu Samstag  in Köln einen 32-Jährigen vor eine Straßenbahn geschubst haben soll, sitzt in Untersuchungshaft. Der 44-Jährige schweigt zu den Vorwürfen.

Der Haftrichter erließ gegen den Verdächtigen am Sonntagabend Haftbefehl wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, wie ein Polizeisprecher am Montag sagte. Der Tatverdächtige schweigt zu den Vorwürfen bislang. Wie unserer Redaktion aus Ermittlerkreisen bestätigt wurde, soll es sich bei dem 44-Jährigen Tatverdächtigen um einen Rechtsanwalt handeln. Er wurde am Flughafen Köln/Bonn festgenommen. Möglicherweise wollte er sich nach Montenegro absetzen. 

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker am Ort Vorfalls. FOTO: dpa

Er war am Samstagabend vorläufig festgenommen worden. Nach Polizeiangaben hatte er sich am Unfallort zunächst als Zeuge gemeldet und war später bei der Auswertung von Videoaufnahmen als möglicher Täter identifiziert worden. Die Staatsanwaltschaft beantragte deshalb Haftbefehl wegen des Verdachts des Totschlags, der Haftrichter wertete den Vorwurf aufgrund der bisherigen Erkenntnisse aber als fahrlässige Tötung. 

Der Tote ist ein Beamter des LKA

Bei dem Getöteten handelt es sich den Angaben zufolge um einen 32-jährigen Beamten des Landeskriminalamts, der am Freitagabend privat in Köln unterwegs war. Der "Bild"-Zeitung zufolge war der Polizist verkleidet und hielt sich offenbar zum Karneval in der Domstadt auf.

Heute haben wir von dem Tod eines Kollegen erfahren, der privat in Köln unterwegs gewesen ist. Wir sind geschockt und...

Posted by Polizei NRW Karriere on Samstag, 10. Februar 2018

Er wurde kurz vor Mitternacht an der Haltestelle Chlodwigplatz zwischen die Waggons der Stadtbahn gestoßen und von dem Zug überrollt. Der Fahrer hatte den Vorfall nicht bemerkt und seine Fahrt zunächst fortgesetzt. Ob das Opfer absichtlich und zielgerichtet zwischen die Wagen gestoßen wurde, das soll eine extra eingesetzte Mordkommission ermitteln. 

Am Rosenmontag besuchten Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Kölns Bürgermeisterin Henriette Reker den Tatort.

(AFP/heif/hsr)
 
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