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Wirbel um Verbot
Seifenblasen dürfen weiter durch Köln fliegen

Köln: Wirbel um Verbot: Seifenblasen dürfen weiter fliegen
Erst hatte es geheißen, Seifenblasen-Künstler, wie dieser Mann am Rheinufer in Köln, dürfen keine Blasen machen. Doch dann ruderte das Ordnungsamt zurück. FOTO: Sievers
Köln. Viel Wirbel um ein angebliches Verbot von Seifenblasen im Kölner Stadtgebiet: Mitarbeiter des Ordnungsamts hatten einem Straßenkünster untersagt, die riesigen Seifenblasen in die Luft steigen zu lassen. Nun heißt es aber: Von einem generellen Verbot könne keine Rede sein. 

Der Straßenkünstler war am vergangenen Samstag im Rheingarten und wurde aufgefordert, den Platz zu verlassen. Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet, machten Mitarbeiter des Ordungsamts ihn darauf aufmerksam, dass die Lauge für die Seifenblasen das Kopfsteinpflaster und den Rasen schädigen könnte. 

Die Nachricht sorgte für jede Menge Aufhebens. Politiker und Bezirksbürgermeister ärgerten sich über das vermeintliche Verbot der Straßenkunst, die schließlich zu einer Großstadt gehöre. Nun meldete sich der Leiter des Kölner Ordnungsamts, Engelbert Rummel, zu Wort: "Natürlich dürfen Straßenkünstler in Köln ihre Kunst zeigen - die Ausübung von Straßenkunst ist durch das Grundgesetz geschützt."  Nur: Es gebe bestimmte Regeln. "Wenn ich mit Seifenwasser hantiere, muss ich aufpassen, dass niemand ausrutscht." 

Es gebe in Köln zwei Künstler, die aus Eimern mit Spülmittellauge riesige Seifenblasen hochziehen und damit Passanten bespaßen würden. "Wir kennen die beiden und sie wissen, was erlaubt ist und was nicht." Der Künstler, der am Samstag im Rheingarten in der Altstadt war, sei aufgeklärt worden, dass Lauge das Kopfsteinpflaster in eine rutschige Fläche verwandeln könne - was vor allem für Radfahrer und ältere Menschen gefährlich werden könne. "Er musste aber kein Bußgeld bezahlen, es war nur ein Gespräch", sagt Rummel. Theoretisch kann die Stadt für die Verunreinigung von Flächen bis zu 510 Euro kassieren. "Aber das steht hier nicht zur Debatte - wir reden immer erst einmal mit den Leuten." 

Der Seifenblasenkünstler war schon einmal verwarnt worden, weil er vor der Antoniterkirche in der Innenstadt stand und die Seifenblasen an den Schaufenstern der Geschäfte und am Kirchengemäuer zerplatzten. "Da haben sich die Geschäftsinhaber beschwert", sagt Rummel. "Das wollen wir natürlich nicht." Die beiden stadtbekannten Künstler wüssten, dass sie vorsichtig sein müssten. "Die legen Pappkartons unter den Eimer, da passiert dann nichts." 

Die Geschichte zog am Freitag derart große Kreise, dass einige Kölner für Sonntag, den 16. Oktober 2016 um 17 Uhr zu einem Seifenblasen-Flashmob auf der Domplatte in Köln eingeladen haben. Hier geht's zur Facebook-Veranstaltung.

(hsr)
 
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