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Geschichte
Baptisterium im neuen Licht

Köln. Das frühchristliche Taufbecken an der Ostseite des Doms ist bei Führungen zugänglich. Die Neugestaltung der östlichen Domumgebung soll Ende des Jahres fertig sein.

Das Baptisterium an der Ostseite des Doms ist der älteste Taufort Kölns und eines der ältesten christlichen Zeugnisse der Stadt. Gewürdigt wurde diese wichtige historische Rolle über viele Jahre nicht. Unter der Domplatte gelegen, erinnerte die direkte Umgebung des frühchristlichen Taufbeckens an ein dunkles stinkendes Loch, nur wenige Touristen fanden den Weg dorthin.

Inzwischen ist der Innenausbau des Vorraumes zum frühmittelalterlichen Baptisterium abgeschlossen. Gestern Nachmittag wurde der besondere Ort in Kölns Stadtgeschichte eingeweiht und von Dompropst Prälat Gerd Bachner gesegnet. "Das Baptisterium ist für die Stadt, für den Dom und für uns Christen ein wichtiger Ort. Es ist ein Ort, der uns an die Taufe und an die historischen Wurzeln der Stadt erinnert", sagte Bachner.

Einst sei er eine Schmuddelecke gewesen, zu der man Gäste nur ungern führen wollte. "Man stand auf der Domplatte und sagte: Da unten gibt es noch etwas. Diesem Etwas haben wir nun wieder eine würdige Umgebung geschaffen."

Der neue Vorraum des Baptisteriums ist ein großzügiger rechteckiger Raum, der sich nach Osten durch ein Panoramafenster zur Stadt hin rund um die Uhr öffnet. Geschützt wird er durch ein aufwendig aus Goldbronze gestaltetes Gitter, das in seiner Ornamentik den achteckigen Grundriss des Taufbeckens aufgreift.

Die Wände des Raums sind mit gefalzten Goldbronzeplatten verkleidet, die an die Vorhänge erinnern sollen, die das Taufbecken in frühchristlicher Zeit umgaben. Die eingestreuten Steine des Terrazzofußbodens sind eine vage Reminiszenz an die Mosaike, mit denen das Baptisterium wohl einst geschmückt war.

Ein besonders in den Abend- und Nachtstunden wahrnehmbarer Teil der Neugestaltung ist die Lichtinstallation "Zwei, drei Szenen für das Baptisterium" des Künstlers Mischa Kuball, die den Grundriss des Taufbeckens und die Christussysmbole aufgreifen.

Seit 2013 wird die östliche Domumgebung komplett umgestaltet. Die Domplatte wurde teilweise abgerissen, um den Sockel der Kathedrale neu aufbauen zu können. Dazu gehört eine neue Umgebung des Taufbeckens sowie 800 Quadratmeter große Depot- und Ausstellungsflächen für die Dombauhütte. Beides wurde im September an Dompropst Bachner übergeben.

Durch große Schaufenster links und rechts des Eingangs zum Taufbecken können Passanten seit dem vergangenen Herbst an der Straße "Am Domhof" auf Funde von Grabungen im Bereich des Gotteshauses blicken und erfahren mehr über die Arbeit der Dombauhütte.

Einen neuen Platz hat auch der Dionysosbrunnen vor dem Eingang zum Taufbecken bekommen, das nun durch eine Lichtinstallation in Szene gesetzt wird. Finanziert wurde das Projekt durch die Kulturstiftung Kölner Dom und eine Spende des Künstlers Gerhard Richter. Die Neugestaltung der gesamten östlichen Domumgebung soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Stephan Eppinger

Quelle: RP
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