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| 17.19 Uhr

Prozess in Köln
Bandenmitglieder sollen Autoschlüssel aus Häusern geklaut haben

Köln. Sie sollen serienweise Einbrüche begangen und mit der "Homejacking"-Methode wertvolle Autos gestohlen haben – nun müssen sich drei junge Männer und mutmaßliche Mitglieder einer Bande vor dem Kölner Landgericht verantworten. Von Claudia Hauser, Köln

Es war ein Fall, den es so noch nicht gegeben hat in Köln: Am frühen Morgen des 15. September 2015 bremsten zwei Männer einen Mercedes-Fahrer in Buchforst aus. Die maskierten Männer stiegen aus, rissen seine Fahrertür auf und hielten dem geschockten 51-Jährigen eine Pistole entgegen. "Gib die Schlüssel her", sagte einer. Der Mann tat, was sie wollten. Sie flüchteten mit dem Mercedes.

Die mutmaßlichen Täter und ein Komplize müssen sich seit Donnerstag unter anderem wegen schweren Raubes vor dem Kölner Landgericht verantworten. Die Ermittler waren ihnen zwei Wochen nach dem "Carjacking"-Fall auf die Spur gekommen, weil sie den Mercedes in einem Verkaufsportal für Gebrauchtwagen zum Kauf angeboten hatten.

Die Angeklagten Fabio A., Elvis R. und Safet R. sollen einer Bande angehört haben, die vor allem Wohnungseinbrüche im großen Stil, aber auch Autodiebstähle begangen haben soll. Bei den Einbrüchen sollen sie im vergangenen Jahr mehr als 70 000 Euro erbeutet haben – Schmuck, Elektroartikel, teure Kleidung. Die Männer, zwei sind 25, einer 18 Jahre alt, hören ihren Dolmetschern zu, als die Staatsanwältin die Anklage verliest. Es dauert fast eine Stunde, bis sie alle Taten genannt hat, die den Männern vorgeworfen werden.

Skrupellose Einbrüche, während die Bewohner schliefen

Folgt man der Anklage, waren sie fast täglich unterwegs, oft begingen sie Einbrüche in Serie, mehrere an einem Tag. Sie sollen auch Autodiebstähle begangen haben, die von der Polizei als "Homejacking" bezeichnet werden. Das bedeutet: Die Täter brechen nachts in Häuser ein und stehlen die Autoschlüssel wertvoller Fahrzeuge, mit denen sie dann flüchten.

Die Angeklagten sollen in der Nacht des 15. September vergangenen Jahres, also kurz bevor sie den Mercedes-Fahrer überfallen haben sollen, in das Haus eines Kölner Anwalts in Junkersdorf eingebrochen sein. Sie schnappten sich laut Anklage den Schlüssel eines 5er-BMW, der vor dem Haus stand, und den Garagenschlüssel. Dort stand ein roter Porsche 911, Baujahr 1990. Die Täter flüchteten mit den Autos. Der Anwalt und seine Frau bemerkten den Einbruch und den Diebstahl erst am nächsten Morgen. An einem der nächsten Prozesstage werden sie als Zeugen gehört. Der BMW tauchte wie der Mercedes im Internet auf – nur der rote Porsche ist bis heute verschwunden.

Die drei Angeklagten schwiegen am ersten Prozesstag. Die 15. Große Strafkammer will am 3. November ein Urteil verkünden. 

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