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"Kölner Lichter"
Pyrotechniker installieren sechs Tonnen Feuerwerk

Kölner Lichter: So installieren Pyrotechniker das Feuerwerk
Kölner Lichter: So installieren Pyrotechniker das Feuerwerk FOTO: Miserius, Uwe
Köln. Für Feuerwerker Georg Alef wird am Samstag um 23.30 Uhr der Himmel über dem Kölner Rhein zur Bühne. Dann soll der Höhepunkt der "Kölner Lichter" das synchrone Feuerwerk-Musik-Spektakel beginnen. Von Gabi Knops-Feiler

Hunderttausende Menschen werden zu den "Kölner Lichtern" erwartet. Vor dem Hintergrund des Anschlags in Nizza von Donnerstagnacht muss das Sicherheitskonzept für die Veranstaltung allerdings noch einmal überprüft werden, teilte die Kölner Polizei am Freitag mit. Nach einem Feuerwerk zum französischen Nationalfeiertag fuhr dort ein Lkw in die Menschengruppe. Mindestens 84 Menschen starben dabei. Eine Absage des Kölner Feuerwerks soll es aber nicht geben, sagt der Veranstalter. 

Die Zuschauer sollen eine Choreographie aus Feuerwerk, Farben und Musik bekommen. Das jedenfalls verspricht der 55-jährige Chefdesigner und Leiter der Forschung, Entwicklung und Qualitätssicherung, der seit 1988 als Prokurist bei der Firma Weco-Feuerwerk beschäftigt ist. Für ihn gehören die "Kölner Lichter", ausgerichtet vom Leverkusener Veranstalter Werner Nolden, zu den Highlights seines Berufes. Doch die Feuerwerks-Themen bestimmt alleine er. "Sie sind Teil meiner künstlerischen Arbeit", sagt Alef, der das 16. Feuerwerks-Spektakel unter den Oberbegriff "Kontraste" stellt.

Pyrotechniker erklärt Feuerwerk bei Kölner Lichtern

Seit Donnerstag sind Alef und weitere 24 Pyrotechniker damit beschäftigt, die Inszenierung vorzubereiten. Insgesamt drei Tage benötigen sie, um rund 20.000 Schüsse für das 28,4 Minuten dauernde Feuerwerk auf zwei Schiffen der "Colombia Antwerpen" zu installieren.

Seit Weihnachten wir die Musik ausgesucht

Die eigentlichen Vorbereitungen laufen schon viel länger. "Seit Weihnachten beschäftige ich mich mit Musikauswahl und Schnitt", beschreibt Alef. Die Idee zum Thema ist noch älter und entstand vor zwei Jahren, als er einen Vortrag über Feuerwerks-Design hielt. "Unser Handwerkszeug ist häufig der Kontrast" sagt Alef.

Wenn er am Samstag seine Werkzeugkiste für Spezialeffekte vor den Zuschauern in Köln öffnet, dann präsentiert er die vier Gegensätze Alt und Neu, Bildhaft und Strukturiert, Laut und Leise sowie Wenig und Viel. Zum Thema "Bildhaft" und zur Arie "Königin der Nacht" aus Mozart‘s Zauberflöte wird zum Beispiel für drei Minuten ein Gesicht – ein aus 300 Bengaloflammen zusammengesetztes Feuerbild – erscheinen, das in rund sechs Metern Höhe an der Traversenkonstruktion des Feuerschiffes montiert ist.

Zum Begriff "Wenig” hat sich Alef für den Titel "I See Fire" von Ed Sheeran entschieden und für Flammeneffekte, die wie ein Untier über allem schweben. Stakkatoartig geschossene Effekte begleiten das Technostück "Africa" vom Matt Simons. "Mozart und Techno - krasser geht's einfach nicht", sagt Alef. Mit seiner auf die Hundertstelsekunde ausgefeilten Choreographie möchte Alef aber nicht nur "Musik in vielfältiger Art sichtbar machen", sondern auch "Emotionen bei den Zuschauern wecken."

Ehe kurz vor Mitternacht knapp sechs Tonnen Pyrotechnik für das Hauptfeuerwerk abgebrannt werden, startet ein Begrüßungsfeuerwerk an sechs Stellen zwischen Köln-Mülheim und Porz. Dazu werden 500.000 Wunderkerzen an Besucher verteilt.

 

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