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Nach Absage von Kulturfestival
30.000 Kurden wollen an der Deutzer Werft demonstrieren

Köln. Nachdem ein für den 3. September geplantes kurdisches Kulturfestival im Kölner Rhein-Energie-Stadion aus Sicherheitsgründen abgesagt wurde, wollen nun Tausende Kurden auf die Straße gehen.

Bis zu 30.000 Kurden werden am 3. September in Köln zu einer Demonstration erwartet. Sie wollen sich auf demselben Gelände versammeln, auf dem Ende Juli 40.000 Anhänger des türkischen Präsidenten Tayyip Recep Erdogan demonstriert hatten. Das teilte der Anmelder der Demonstration am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mit. 

Die Veranstalter haben nach eigenen Angaben vom Mittwoch auch einen Demonstrationszug durch die Innenstadt beantragt, doch ob dieser von der Polizei genehmigt wird, wissen die Anmelder noch nicht. Ein Polizeisprecher sagte, man befinde sich derzeit in Abstimmungsgesprächen.

Demonstration richtet sich gegen Absage von Kulturfest

Ursprünglich hätte am Tag der Demonstration im Kölner Stadion ein Kurdisches Kulturfestival stattfinden sollen, das der Verein "Demokratisches Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland", kurz "Nav-Dem" angemeldet hatte. Nach Angaben des deutschen Verfassungsschutzes steht der Verein der kurdischen Arbeiterpartei PKK nahe, die von der EU als Terrororganisation eingestuft wird.

Das Fest war aus Sicherheitsgründen abgesagt worden. Die Polizei befürchtete Stellvertreterauseinandersetzungen zwischen in Deutschland lebenden Türken und Kurden. Die Demonstration am 3. September richtet sich ausdrücklich gegen die Absage, die der Vorsitzende der Kurdischen Gemeinde Deutschland, Ali Ertan Toprak, im Gespräch mit unserer Redaktion scharf kritisierte.

Auch Pro NRW will demonstrieren

"Nav-Dem" steht hinter der nun geplanten Demonstration, die allerdings von einem Mitglied der Interventionistischen Linken, Reiner Schmidt, angemeldet worden ist. Schmidt betonte, man werde nicht dazu aufrufen, bei der Kundgebung Symbole der PKK zu zeigen. Falls dies doch geschehe, werde die Aufforderung ergehen, sie wegzustecken. Die Kundgebung richte sich auch gegen die Politik der Erdogan-Regierung.

Für den 4. September hat die rechtsextremistische Splitterpartei Pro NRW in Köln eine Demonstration zum Thema "Artikel 8 Grundgesetz schützen - staatlich verordnete Polizeiwillkür stoppen! Kein Fußbreit der opportunistischen Erdogan-Politik in NRW" angemeldet. Das Bündnis "Köln gegen Rechts - Antifaschistisches Aktionsbündnis" kündigte am Mittwoch eine Gegendemonstration an.

(sef/dpa)
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