| 16.18 Uhr

Kölner Rhein-Energie-Stadion
Kurdenfest wird aus Sicherheitsgründen abgesagt

Kurdisches Kulturfestival in Köln: Türkische Generalkonsulin Sule Gürel fordert Verbot
Die kurdische Veranstaltung in Köln wurde abgesagt. Das Foto zeigt ein kurdisches Kulturfest in Mannheim. FOTO: dapd, Thomas Lohnes
Düsseldorf/Köln. Das für den 3. September geplante "Internationale Kurdische Kulturfestival" im Kölner Stadion wird aus Sicherheitsgründen nicht stattfinden. Der Stadionvermieter folgt damit der Empfehlung der Polizei. Die türkische Generalkonsulin Sule Gürel nannte die Veranstaltung "terroristische Propaganda". Von Sebastian Fuhrmann

Angemeldet hatte die Veranstaltung im Kölner Rhein-Energie-Stadion der Verein "Demokratisches Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland", kurz "Nav-Dem". Nach Angaben des deutschen Verfassungsschutzes steht der Verein der kurdischen Arbeiterpartei PKK nahe, die von der EU als Terrororganisation eingestuft wird.

"Wir wissen, dass das Festival in Köln eigentlich das 24. Europatreffen der PKK ist", sagte Gürel unserer Redaktion. "Schon 2011 wurde das Festival im Rhein-Energie-Stadion veranstaltet, es wurde damals vom PKK-Sender Roj-TV live übertragen. Es ist nicht schwer zu erraten, dass im Falle einer Genehmigung terroristische Propaganda gemacht wird und verbotene Symbole gezeigt werden."

Sule Gürel, 1969 in Istanbul geboren, ist seit 2015 türkische Generalkonsulin in Düsseldorf. FOTO: Endermann

Gürel fordert deutsche Behörden auf, die Veranstaltung zu verbieten: "Wir erwarten von den deutschen Behörden, solche Veranstaltungen, bei denen terroristische Propaganda gemacht wird, nicht zu genehmigen."

Veranstalter will Empfehlung der Polizei folgen und Gespräche beenden

Die Kölner Polizei hat der für die Stadionvermietung zuständigen Kölner Sportstätten GmbH empfohlen, den Veranstaltungsvertrag nicht zu unterzeichnen. Der Veranstalter will der Empfehlung folgen und die Gespräche mit "Nav-Dem" beenden. Das wurde am Mittwochnachmittag bekannt.

Als Begründung nannte Polizeipräsident Jürgen Mathies Sicherheitsbedenken. "Seit Ende Juli stehen wir im ständigen Austausch mit den Verantwortlichen der Kölner Sportstätten GmbH und beobachten die Sicherheitslage im In- und Ausland. Die jüngsten gewalttätigen Konflikte in der Türkei führen zu einer hohen Emotionalisierung auch der hier in Köln lebenden Kurden und Türken und bereiten uns große Sorgen", sagte er. Der Ton der verbalen Auseinandersetzung zwischen den Gruppen habe sich seit Bakanntwerden der geplanten Veranstaltung verschärft. 

Nach Angaben der Polizei sei davon auszugehen, dass im Stadion massiv Werbung für die in Deutschland verbotene PKK in Form von Plakaten, Fahnen und möglicherweise Videobotschaften hochrangiger Funktionäre gemacht werden soll. Gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Türken und Kurden rund um das Stadion seien wahrscheinlich.

Die Sportstätten Köln GmbH hatte die Veranstaltung zunächst verteidigt. In einer Mitteilung dazu hieß es: "Bei dieser Organisation handelt es sich um einen in Deutschland eingetragenen Verein, der sich mit seinen Tätigkeiten am Meinungsbildungsprozess der deutschen demokratischen Gesellschaft beteiligt."

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