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Kunst
Lithografien von Kollwitz und Dix

Kunst: Lithografien von Kollwitz und Dix
Eine Druckvorführung im Käthe-Kollwitz-Museum mit Künstler und Dozent Walter Dohmen. FOTO: Käthe Kollwitz Museum Köln
Köln. Technik und Finessen der Farblithografie stehen im Mittelpunkt einer Ausstellung im Käthe-Kollwitz-Museum, die heute eröffnet wird.

Der Sommer im Käthe- Kollwitz-Museum wird farbig. Mit der späten Druckgrafik "Die Katze im Mohnfeld" (1968) von Otto Dix in zwölf noch nie gezeigten, einzelnen und kombinierten Andrucken von sieben Farbsteinen sowie mit bezaubernden Chromolithografien von Käthe Kollwitz stehen die Technik und die Finessen der Farblithografie im Mittelpunkt einer kleinen, aber feinen Kabinettausstellung. Gezeigt werden rund 50 Exponate mit Leihgaben aus Privatbesitz und aus dem Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe, darunter auch Druckverläufe alltäglicher Gebrauchsgrafik aus der Zeit der Jahrhundertwende.

Die Lithografie wird 1798 von Alois Senefelder entwickelt. In kürzester Zeit erfährt das revolutionäre Vervielfältigungsverfahren laut Stadt sowohl in der Druckindustrie als auch in der bildenden Kunst "höchste Aufmerksamkeit wegen der Glätte des Drucks auf dem Papier und der überraschenden Wohlfeilheit". Von den Möglichkeiten dieser Technik war auch Käthe Kollwitz fasziniert. Vor allem im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts experimentierte die Künstlerin viel und kombinierte Radierung mit Steindruck oder präparierte Steine mit dem Schabeisen, um besondere Effekte zu erzielen.

Otto Dix wendete sich 1948 nach 25 Jahren erneut der Druckgrafik zu. Bis 1969 zählt man insgesamt 208 Blätter - fast ausschließlich Lithografien: Begeistert von ihren malerischen Möglichkeiten nutzt er die Flachdrucktechnik, um Farbräume zu schaffen, die "Klänge" bilden. Gerade im Hinblick auf Otto Dix offenbart die Ausstellung auch die enge Verbindung, ja sogar Abhängigkeit, zwischen Künstler und Drucker. Auch die historische Litho-Presse des Käthe-Kollwitz-Museums ist seit langem wieder zu sehen. Mit ihr führt Walter Dohmen, Künstler und Kenner druckgrafischer Verfahren, an ausgewählten Terminen den Entstehungsprozess dieser aufwendigen Drucktechnik anschaulich vor.

Die Ausstellung wird von mehreren Programmpunkten begleitet. So demonstriert Walter Dohmen am Samstag, 2. Juli, und Sonntag, 28. August, jeweils von 15 bis 17 Uhr an der historischen Litho-Presse des Käthe-Kollwitz-Museums Schritt für Schritt die Arbeitsprozesse der Flachdruck-Technik.

Außerdem erläutert der 30-minütige, vom Käthe-Kollwitz-Museum produzierte Dokumentarfilm "Die Lithographie. Der manuelle Steindruck in der Kunst", am Mittwoch, 3. August, um 18 Uhr, das handwerkliche Prinzip der Lithografie. Im Anschluss führt Walter Dohmen durch die Sonderausstellung "Der Steindruck im Fokus - Finessen der Farblithographie". Kinder können sich am Samstag, 25. Juni, 30. Juli und 27. August, von 14 bis 17 Uhr in der Kinderwerkstatt verwirklichen und nach einer Entdeckertour durch die Ausstellung in der Künstler-Werkstatt mit Farben und Techniken experimentieren. So schaffen sie ihre eigenen kleinen Kunstdrucke - ganz ohne Computer. Kosten inklusive Material: fünf Euro. Eine Anmeldung ist mindestens zwei Stunden vor Beginn der Veranstaltung unter Telefon 0221 227-26 02 nötig.

Justine Holzwarth

Quelle: RP
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