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Köln
Macht und Pracht in Kölns Geschichte

Köln. Am 9. und 10. September findet der 25. Tag des Denkmals mit 400 Veranstaltungen an 139 Orten in der Domstadt statt. Die Dombauhütte, der Kronleuchtersaal und das Ubierdenkmal öffnen ihre Pforten für die Besucher. Von Stephan Eppinger

9500 Denkmäler gibt es in der Stadt - vom großen Dom bis zum kleinen privaten Keller mit Resten der alten Stadtmauer. Bereits zum 25. Mal präsentiert der "Tag des Denkmals" eine Auswahl dieser Orte - viele sind nur an diesem Termin öffentlich zugänglich. In diesem Jahr gibt es insgesamt 400 Veranstaltungen an 139 Orten in der Stadt. Als Motto steht beim bundesweiten Aktionstag "Macht und Pracht" im Mittelpunkt.

Schon die Römer präsentierten ihre Machtstellung an der Grenze zu Germanien mit imposanten Bauwerken wie dem heute noch in seinen Grundmauern erhaltenen Praetorium in der Altstadt, das beim "Tag des Denkmals" zusammen mit dem Römisch-Germanischen Museum kostenlos zugänglich sein wird. Führungen gibt es beispielsweise zur römischen Stadtmauer und zum römischen Hafen.

Der Kronleuchtersaal (l.) ist Teil der Kölner Kanalisation und liegt unweit des Ebertplatzes in der Innenstadt. Erstmals seit zwei Jahren öffnet die romanische Kirche St. Severin in der Südstadt wieder ihre Pforten am Tag des Denkmals. FOTO: Eppinger (Archiv)

Auch das Ubiermonument und das Römergrab in Weiden werden seine Pforten für die Besucher öffnen. Diese können eine ganze Reihe weiterer unterirdischer Orte besuchen wie den Kronleuchtersaal, den Röhrenbunker am Reichensperger Platz oder einen großen, ehemaligen Weinkeller an der Sedanstraße.

Machtdemonstrationen gab es auch im Mittelalter, wobei hier das Bürgertum der Obrigkeit immer mehr die Stirn bot. Machtvoll ist der Dom als bekanntestes Denkmal der Stadt. Geöffnet hat am 9. September die Dombauhütte genauso wie das Baptisterium als frühchristliches Taufbecken, dessen Umgebung gerade in neuem Glanz erstrahlt. Auch die Dompropstei kann besichtigt werden. Teil des Denkmaltages sind zudem die zwölf romanischen Kirchen, in denen Führungen angeboten werden. Erstmals nach der Sanierung öffnet auch St. Severin in der Südstadt wieder seine Türen.

Zu den Prachtbauten Kölns zählt der Gürzenich, der im 15. Jahrhundert als städtisches Fest- und Tanzhaus errichtet und später auch als Kauf- und Warenhaus genutzt wurde. Heute erhält hier das Dreigestirn die Insignien der Macht als Narrenherrscher. Nicht vergessen als Machtzentrum ist natürlich das Kölner Rathaus, für das zahlreiche Führungen angeboten werden. Auch das große Stadtmodell im Spanischen Bau ist Thema von zwei Veranstaltungen am 10. September.

Zugänglich sind mit der Ulrepforte, dem Sachsenturm, der Severinstorburg und der Eigelsteintorburg Teile der mittelalterlichen Stadtmauer mit ihren mächtigen Türmen. Viele der historischen Bauten und Plätze wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört und in den 50er Jahren wieder aufgebaut. Manche Orte wie der Heumarkt haben so ihr Aussehen massiv verändert. Andere wie die einzigartigen romanischen Kirchen erstrahlen heute wieder in ihrem alten Glanz.

Ein Mann mit einer großen Machtfülle war der frühere Kölner OB und spätere Bundeskanzler Konrad Adenauer. Ihm wird extra eine Führung in Lindenthal gewidmet. Seine Spuren hat Adenauer auch beim Umgang mit den preußischen Forts hinterlassen. Sie bildeten die Basis für den heutigen Äußeren und Inneren Grüngürtel. Einige von ihnen werden ihre Pforten zum Tag des Denkmals öffnen. Ein weiteres Denkmal aus der Adenauerzeit ist die Mülheimer Brücke, zu der es am 9. September eine Führung geben wird.

Neu im Programm des Aktionstages sind denkmalgeschützte Gutshöfe wie das Gut Scheuerhof. Imposant sind die Industrieanlagen in Mülheim und Kalk wie zum Beispiel das Carlswerk oder die Maschinenfabrik Humboldt. Weitere Orte sind unter anderem die Kirche St. Engelbert in Riehl, das Funkhaus am Wallrafplatz und die Bastei.

Quelle: RP
 
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