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Kölner Amtsgericht
Mit getuntem Roller durch Köln - Geldstrafe

Köln. Weil er seine Vespa frisiert, immer wieder ohne Führerschein durch Köln gefahren ist und Polizisten beleidigt hat, musste ein 31-Jähriger vor Gericht. Der Richter bezeichnete das Urteil als "letzten Warnschuss".

Christoph S. ist schon mehr als einmal ausfällig gegenüber Polizeibeamten geworden. Der Amtsrichter hat deshalb vorsorglich zwei Justizbeamte in Saal 15 des Amtsgerichts gebeten, wo der 31-Jährige sich wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verantworten muss.

Immer wieder soll er im Herbst 2015 mit seiner schwarzen Vespa, für die er keinen Führerschein hat, durch Bickendorf, Chorweiler und Nippes geheizt sein: Die Vespa war frisiert und brachte es bis auf 90 Stundenkilometer. Oder wie sein Anwalt Claus Eßer sagt: "Der Roller war etwas schneller als andere."

Christoph S., ein Mann wie ein Baum, tätowiert, gibt sich kleinlaut und legt ein Geständnis ab. "Ich habe eingesehen, dass ich nicht damit fahren darf." Die Vespa habe er längst verkauft.

Doch S. ist kein unbeschriebenes Blatt. In Bergheim ist er bereits in weiteren fünf Fällen wegen desgleichen Delikts verurteilt worden und einmal wegen Körperverletzung. Der Richter sagt: "So wie Sie sich verhalten – das verlangt nach einem Urteil." S. stehe kurz vor einer Gefängnisstrafe. "Das ist kein spätjugendliches Verhalten. Lassen Sie es bleiben!"

Er verurteilt den Hartz-IV-Empfänger zu einer Geldstrafe von 800 Euro. Draußen grüßt S. kleinlaut die beiden Polizisten, die er mit ausgestrecktem Mittelfinger beleidigt hat, als sie ihn aus dem Verkehr gezogen haben. Weil er gestanden hat, werden ihre Aussagen nicht mehr benötigt.

(hsr)
 
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