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Sicherheitskonzept
Mehr als 2000 Polizisten sollen Kölner Karneval schützen

Über 2000 Polizisten sollen Kölner Straßenkarneval sicher machen
Köln. Man werde feiern wie immer, sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker bei der Vorstellung des Sicherheitskonzeptes für den Kölner Karneval. Dennoch rüsten Polizei und Ordnungskräfte deutlich für die jecken Tage auf. Von Ludwig Krause

Die Kölner Polizei will ihr Aufgebot für die Karnevalstage massiv aufstocken. "Allein an Weiberfastnacht sind deutlich mehr als 2000 Polizisten im Einsatz. Das sind etwa doppelt so viele wie im vergangenen Jahr", sagte Polizeipräsident Jürgen Mathies bei der Vorstellung des Sicherheitskonzeptes mit Oberbürgermeisterin Henriette Reker.

Zur Unterstützung der Beamten würden außerdem 350 fortgeschrittene Auszubildende eingesetzt. "Wir gehen weiterhin von einer abstrakt hohen Gefährdungslage aus dem extremistisch-terroristischem Bereich aus", sagte Mathies. Erkenntnisse über eine konkrete Gefährdung des Kölner Karnevals gebe es aber nicht. Man würde konsequent gegen alle vorgehen, die über die Stränge schlagen. "Dies gilt für alkoholisierte Aggressoren genauso wie für Diebe, Räuber und Sexualstraftäter, die das Nein einer Frau nicht akzeptieren", sagte Mathies.

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Es werden Gefangenensammelstellen für 400 Personen eingerichtet, auch Staatsanwaltschaft und Gerichte seien vorbereitet.

Außerdem hat die Polizei gegen bisher 38 Personen für Köln und Leverkusen Aufenthalts- und Bereichbetretungsverbote ausgesprochen. Dabei handelt es sich um Gewalttäter, die bereits im vergangenen Jahr an Karneval aufgefallen sind. Darunter fallen Rocker, Gewalttäter aus dem Umfeld von Sportveranstaltungen und nordafrikanische Taschendiebe. Außerdem haben Gefährder, die der Polizei bereits einschlägig aufgefallen sind, in den vergangenen Tagen Besuch erhalten. Man habe potenzielle Straftäter gezielt "vorgewarnt", sagte Mathies.

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Dennoch könnten Übergriffe nicht ausgeschlossen werden. So habe es auch im vergangenen Jahr während der Karnevalstage etwa 50 angezeigte Fälle von Sexualdelikten gegeben.

Das Ordnungsamt rüstet ebenfalls auf. Zusätzlich zu den üblichen 90 Mitarbeitern werden 300 Ordnungskräfte im Einsatz sein. Insgesamt sollen etwa 475.000 Euro an Personal- und Sachkosten investiert werden - die Kosten für die Einsatzkräfte der Polizei noch nicht einberechnet. Mit mehr als 800 Mitarbeitern sind Feuerwehr und Rettungsdienste im Einsatz. Das Festkomitee Kölner Karneval postiert mehr als 200 Wächter mit Funkgeräten entlang der Strecke des Rosenmontagszuges. An 30 Stellen werden zusätzliche Beleuchtungsmasten aufgestellt. 

Die Stadt sende eine klare Botschaft, sagte Reker. "Köln handelt – und das nicht nur an den Karnevalstagen." Die Weltöffentlichkeit werde sehr genau hinsehen, wie Köln diese Herausforderung meistert. Aber: "Wir werden Karneval feiern, so wie wir es immer getan haben."

(lukra)
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