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Kölscher Klüngel
OB Reker schimpft über ihre Kölner Verwaltung

November 2015: Henriette Reker tritt Amt im Kölner Rathaus an
November 2015: Henriette Reker tritt Amt im Kölner Rathaus an FOTO: dpa, ve fdt
Köln. Henriette Reker hatte es im Wahlkampf zu ihrem Thema gemacht: Sie wollte mit dem kölschen Klüngel aufräumen. Jetzt ist sie als Oberbürgermeisterin selbst Verwaltungschefin. Und sie geht mit ihren Mitarbeitern hart ins Gericht. Im Rathaus herrsche eine Misstrauenskultur, sagt sie.  

Reker möchte künftig weniger Termine zum Repräsentieren wahrnehmen und mehr als Chefin der Verwaltung aufräumen: Es soll eine klare Rollenverteilung zwischen Politik und Stadtverwaltung geben. Das sagte sie "Deutschlandradio Kultur".

Derzeit findet die parteilose Henriette Reker noch kein Lob für die Verwaltung. "Ich kenne die Verwaltung seit fünf Jahren, seitdem kann sie es schon nicht. Keine Ahnung, seit wann das so ist. Aber die Verwaltung hat sich sehr in Ämterinteressen und Dezernatsinteressen aufgespalten, und hat eben keine Projektarbeit gemacht. Das muss ja offensichtlich von der Verwaltungsführung so gewollt worden sein", sagte sie.

Künftig soll die Politik weniger in die Verwaltung reinreden, Klüngel nicht mehr zur Postenvergabe in der Behörde führen und mehr professionelle Arbeit jenseits politischer Interessen geleistet werden. Reker kritisiert, dass die Ämter systematisch mit Führungspersonal ausgestattet seien, das parteipolitisch gebunden ist. "Naja, die Stadt Köln hat eben so funktioniert, und zwar eben immer abhängig von der Führungssituation, dass man entweder ein rotes oder schwarzes Parteibuch haben sollte, wenn man weiterkommen wollte", sagte Reker in dem Gespräch.

So würden etwa Verwaltungsmitarbeiter zeitweise an die großen Fraktionen von CDU oder SPD ausgeliehen und während dieser Zeit befördert.

"Wir haben keine Vertrauenskultur, sondern eine Misstrauenskultur. Wir haben, weil wir auch kein Ziel haben, kein Zusammengehörigkeitsgefühl. Es identifizieren sich zu wenige Menschen mit der Stadt. Wir haben auf der einen Seite Leistungsträger, die auch hoch motiviert sind. Und auf der anderen Seite haben wir Menschen, tja, wo ich manchmal denke, die kommen nur um hier Schmerzensgeld zu bekommen. Das ist so schade."

Reker kündigte für die rund 17.000 Mitarbeiter im Rathaus eine Verwaltungsreform an. 

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