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Köln
Parkcafé in Deutz wird endlich saniert

Köln. Wegen Urheberrechtsfragen hatten sich die Arbeiten um ein Jahr verzögert. In zwei Jahren ist die Eröffnung geplant. Das äußere Erscheinungsbild des 50er-Jahre-Baus soll weitgehend erhalten bleiben. Von Stephan Eppinger

An der Stelle des zerstörten Teehauses wurde 1957 nach den Plänen des Architekten Rambald von Steinbüchel-Rheinwall das Parkcafé gebaut. Anlass war damals die Bundesgartenschau im heutigen Rheinpark. Mit seiner großen Terrasse mitten im Grünen war es ein besonderes Ausflugsziel direkt am Rhein. Seit etwa 15 Jahren passierte dann kaum noch etwas im alten Parkcafé. Nur noch ein Kiosk hielt die Stellung und auch der machte vor gut drei Jahren dicht.

Die Rettung des Kleinods wurde vor 15 Monaten bereits mit viel Optimismus von den Stadt und den künftigen Betreibern verkündet. Getan hat sich seitdem nur wenig. Grund dafür waren die Einwände des Sohns des Architekten, den damals noch niemand kannte.

Er stoppte als Inhaber der Urheberrechte das Projekt und zwang die Stadt und die Betreiber zu Zugeständnissen bei der Neugestaltung. Nun konnte man die Einigung mit Chrysant von Steinbüchel-Rheinwall und den Start der Bauarbeiten im Parkcafé endlich verkünden: "Uns ist ein Kompromiss gelungen, den alle mittragen können", freut sich Wirtschaftsdezernentin Ute Berg. Eine gute Nachricht für alle Rheinparkbesucher, die bislang ohne ein gastronomisches Angebot im beliebten Naherholungsziel auskommen mussten.

Die wesentlichen Änderungen zu den ursprünglichen Plänen betreffen vor allem das oberste Geschoss. Dort sollte der Raum nach den Vorschlägen von Architekt Bodo Marciniak deutlich vergrößert werden. Darauf wird nun verzichtet und die äußere Silhouette des Parkcafés bleibt erhalten. 64 Plätze im Innenraum fallen so für die Betreiber weg, diese werden aber zumindest bei gutem Wetter durch die Außengastronomie auf dem "Oberdeck" des Parkcafés ersetzt. Geändert wurden auch die Planungen im Bereich der baufälligen Rampe am Parkcafé. Diese sollte komplett wegfallen, wird jetzt aber durch eine Treppe im Stil der 50er Jahre ersetzt.

Der gesamte Umbau kostet die Stadt 2,7 Millionen Euro. Diese Investition soll durch die Mieteinnahmen refinanziert werden. Allerdings musste die Stadt die Miete wegen der geringeren Fläche reduzieren. Eröffnet werden soll das Parkcafé im Jahr 2018. Aktuell läuft dort die Schadstoffsanierung und die Entkernung des Gebäudes, das als barrierefreier Ort auch einen Aufzug bekommen wird.

Mit der Eröffnung soll wieder Leben in das Haus mitten im denkmalgeschützten Park kommen. Betrieben wird das Haus von einem Trio, zu dem neben Frank Tinzmann und Roberto Campione auch der Altstadtgastronom und frühere Karnevalsprinz Markus Zehnpfennig gehört.

Im Erdgeschoss soll es ein Bistro mit Biergarten und einen Kiosk geben, das vor allem für die Parkbesucher gedacht ist. Im ersten Obergeschoss entsteht ein hochwertiges Restaurant mit mediterran kölscher Küche, einen weiteren großen Raum für Veranstaltungen gibt es in der obersten Etage. Dazu kommt die große Terrasse des Restaurants mit gut hundert Sitzplätzen. Das Gebäude und seine Räume sollen auch für private Feiern, Tagungen und Kulturveranstaltungen genutzt werden können. Der Betrieb des Parkcafés soll ganzjährig sein.

Insgesamt entstehen im neuen Parkcafé 20 bis 25 feste Arbeitsplätze. Für einen Teil der Jobs sind Langzeitarbeitslose vorgesehen. Das gilt bereits für die Bauarbeiten am Gebäude. Ein Drittel der anstehenden Arbeiten wird von Langzeitarbeitslosen und schwer vermittelbaren Jugendlichen im Rahmen einer Qualifizierungsmaßnahme übernommen.

Quelle: RP
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