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Köln
Straftäter aus Marokko werden besonders häufig rückfällig

Köln: So kommentiert die ausländische Presse
Köln: So kommentiert die ausländische Presse
Köln. Die Polizei Köln hat am Freitag zu einer Pressekonferenz eingeladen, um über das "Phänomen Nordafrikaner als Tatverdächtige" aufzuklären. Dabei stellten sie ausführliche Statistiken aus dem Jahr 2015 vor. Die Zahlen sind bedrückend.  Von Christian Schwerdtfeger

Die Polizei hat in Köln im Jahr 2015 demnach insgesamt 50.000 Tatverdächtige ermittelt. Davon sind 60 Prozent Deutsche und 40 Prozent anderer Herkunft. Von diesen 40 Prozent stammen mehr als zehn Prozent aus Nordafrika, etwa aus Ägypten, Algerien, Tunesien, Marokko oder Libyen.

Die Kölner Polizei hat geprüft, wie viele dieser Tatverdächtigen innerhalb eines Jahres erneut straffällig geworden sind. Dabei zeigte sich: Bei den Tatverdächtigen aus Tunesien wurden 38 Prozent erneut straffällig, bei denen aus Marokko 45 Prozent. Bei Tätern aus Algerien wurden 41 Prozent rückfällig und aus Guinea 28 Prozent.

Im vergangenen Jahr wurden von 1000 ermittelten Nordafrikanern 3500 Straftaten begangen. Darunter fallen unter anderem Ladendiebstahl, Taschendiebstahl und Straßenraub.  

"Straßenraub ist das zentrale Problem, weil dann Gewalt hinzukommt", erklärte Günter Korn, Chefermittler für Taschendiebstähle in Köln, am Freitag. Fast keiner der Täter sei nüchtern, sie nähmen Drogen und spezielle Betäubungstabletten, damit sie länger auf der Straße durchhalten können. Das mache sie sehr aggressiv. Polizisten mussten immer wieder Gewalt anwenden, um diese Täter zu bändigen.

Beim Kampf gegen die nordafrikanischen Tatverdächtigen arbeitet die Polizei auch mit der Türsteher-Szene zusammen. "Diese Täter sind nicht in Banden organisiert", sagte Korn, "sie haben keinen Boss im Hintergrund." Dennoch seien die Tatverdächtigen europaweit miteinander vernetzt. Norbert Wagner, Leiter des Kriminalkommissariats erklärte: "Man kennt sich und verabredet sich zu Straftaten." 

Und weiter erklärt er: "Wir haben Täter aufgegriffen, die Handys mit einer spanischen oder italienischen Menüführung hatten. Die Täter haben ausgesagt, dass sie teilweise seit fünf Jahren durch ganz Europa reisen und auf Diebestour seien."

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