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Köln-Meschenich "Auf dem Kölnberg"
Drogen-Razzia gegen Großfamilie - 15 Verhaftungen

Die Siedlung "Auf dem Kölnberg" in Köln-Meschenich
Die Siedlung "Auf dem Kölnberg" in Köln-Meschenich FOTO: dpa, mb pzi
Köln. Die Polizei in Köln hat am frühen Montagmorgen mehrere Wohnungen im Stadtteil Meschenich durchsucht und dabei 15 Mitglieder einer mutmaßlichen Drogenbande festgenommen.

Unter den Verhafteten sind vier Frauen im Alter zwischen 36 und 47 Jahren und elf Männer zwischen 19 und 54. Die Personen wurden per Haftbefehl gesucht. Die Großrazzia richtete sich gegen eine Großfamilie mit Wurzeln im ehemaligen Jugoslawien. Ihr wird vorgeworfen, den Drogenhandel in dem in den 1970er-Jahren erbauten Hochhauskomplex "Auf dem Kölnberg" zu kontrollieren und mit dem Handel Millionen verdient zu haben.

Um 6 Uhr am Montag begann die Polizei mit den Durchsuchungen in dem Hochhauskomplex im Stadtteil Meschenich. 49 Wohnungen wurden dort durchsucht. Insgesamt durchforstete die Polizei am Montagmorgen 54 Wohnungen im Kölner Stadtgebiet und dem Umland - allesamt erfolgreich, erklärt die Polizei.

Die Polizei stellte nach eigenen Angaben umfangreiches Beweismaterial und eine fünfstellige Summe Bargeld sicher. Als Haupttäter ermittelten die Beamten einen 44-Jährigen. Er soll der Chef der Drogenbande gewesen sein. 

Bereits seit dem vergangenen Juli ermittelt die Polizei gegen Angehörige der Familie. Seit 2012 soll die Drogen-Bande aktiv gewesen sein. Die Bande soll mehrere Wohnungen in der Wohnanlage zum Betrieb der Drogengeschäfte angemietet haben. In den Wohnungen sollen Drogenabhängige, die unter Kontrolle des Clans standen, die Drogen weiterverkauft haben.

Gegen Kontrahenten und Aussteiger sollen die Täter brutal vorgegangen sein. Wiederholt soll es zu Körperverletzungen und Erpressungen gekommen sein. Die Bande soll sogar Betretungsverbote für die Wohnanlage ausgesprochen haben.

Handel mit Heroin und Kokain

Hauptsächlich soll die Familie Heroin und Kokain verkauft haben. Die Polizei, sagte ein Sprecher unserer Redaktion, könne den Mitgliedern der Familie den Handel mit diesen Drogen im "zweistelligen Kilobereich" nachweisen. Der Umsatz liege "deutlich im Millionenbereich". 

Verwechselung bei Razzia

Beim Zugriff der Beamten auf eine Wohnung in dem Wohnkomplex kam es am Montagmorgen zu einer Verwechslung. Ein Bewohner wurde dabei verletzt. Ursache der Verwechslung und Schadensersatzansprüche würden noch geprüft, teilt die Polizei mit. 

Bei der Durchsuchung eines Kiosks Am Rondorfer Pfad, verhinderte ein Wachhund, dass die Polizei das Gelände betreten konnte. Das Tier wurde betäubt und in ein Tierheim gebracht. 

(sef/csr)