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Razzia in Köln
Polizei kontrolliert in Kalk 120 Verdächtige

Januar 2016: Razzia in Köln-Kalk gegen Diebesbanden
Januar 2016: Razzia in Köln-Kalk gegen Diebesbanden FOTO: dpa, fg gfh
Köln. Bei einer Razzia hat die Polizei 120 Menschen in einem Straßenzug in Köln-Kalk kontrolliert. Im Visier waren Diebesbanden und illegale Zuwanderer. Es wurde auch geprüft, ob Handys von Verdächtigen Hinweise auf die sexuellen Angriffe in der Silvesternacht liefern.

Mit einer Razzia ist die Kölner Polizei am Dienstagabend gegen Diebesbanden im Stadtteil Kalk vorgegangen. Dabei ist ein offener Haftbefehl wegen Betrugs gegen einen Mann vollstreckt worden, eine weitere Person wurde "zur Verhinderung einer Straftat vorübergehend in Gewahrsam genommen", sagte ein Sprecher der Polizei. Die Person sei aber mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Zudem stellten die Beamten eine Strafanzeige wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln und stellten eine Ordungswidrigkeit wegen unerlaubten Waffenbesitzes fest.

Die Gegend in Kalk – im konkreten Fall die Kalk-Mülheimer-Straße – steht schon länger im Verdacht, Rückzugsort für Kriminelle zu sein. Zahlreiche Beamte kontrollierten am Dienstagabend Personen rund um Gaststätten und Wettbüros. "Wir haben Erkenntnisse, dass es sich vorwiegend um nordafrikanische Tätergruppen handelt", sagte der Sprecher. 16 Personen konnten sich laut dem Sprecher nicht richtig ausweisen und wurden mit auf die Wache genommen, um ihre Identität festzustellen.

Fotos: 2016: Großrazzia im "Maghreb-Viertel" FOTO: Gerhard Berger

Die Polizei kontrollierte bei der Razzia auch routinemäßig 79 Handys. "Wir überprüfen alles", sagte dazu der Sprecher. Die Hoffnung, durch die Überprüfung auch mögliche Zusammenhänge mit den Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht am Hauptbahnhof zu erkennen, hat sich jedoch nicht erfüllt. Man habe "keinen Bezug" feststellen können, erläuterte der Sprecher.

In dem Kölner Stadtteil war in den vergangenen Monaten die Zahl der Diebstahldelikte gestiegen. Der Straßenzug in Kalk mit mehreren Wettbüros und Kneipen war laut Polizei in der Vergangenheit bereits häufiger Ziel von Ermittlungen und Razzien gewesen. Die Lokale dort gelten als Rückzugsorte und Treffpunkte für Diebesbanden und andere Kriminelle.

Wir erklären die Anzeigen von Köln FOTO: Radowski

In Köln waren Nordafrikaner bei der Polizei noch nie sehr beliebt.  "Wir Polizisten wissen schon lange, dass von dieser Bevölkerungsgruppe besonders viel Kriminalität ausgeht. Aber vor der Silvesternacht wollte das niemand so sagen", erzählt Christoph Mäurer, der seit etlichen Jahren als Zivilpolizist auf den Kölner Straßen unterwegs ist. 

Im Bahnhofsviertel von Düsseldorf waren am Samstagabend bei einer Großrazzia der Polizei rund 300 Menschen überprüft worden. Auch dieses Viertel steht im Verdacht Diebesbanden als Rückzugsraum zu dienen. 

(top/tor/hebu/lnw)
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