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Köln
Schießerei: Gutachter spricht über Stunden mit Angeklagtem

Köln. Die Prozess-Wiederaufnahme zu einer Schießerei in Steinbüchel im Juli 2014 (wir berichteten) begann nach vierwöchiger Pause gestern am Landgericht Köln mit einem Trauerfall. Am vergangenen Wochenende starb der Anwalt des Nebenklägers. Für den Prozessverlauf habe dies aber keine Auswirkrungen heißt es in Köln.

Wohl aber wird sich möglicherweise auf die Plädoyers und das Urteil auswirken, was der forensische Gutachter dem Gericht vortrug. Er hatte sich in der Verhandlungspause an vier Tagen insgesamt sieben Stunden mit dem 33-jährigen Angeklagten unterhalten. Dem Steinbücheler wird versuchter Totschlag vorgeworfen. Er soll im Juli 2014 zwei Schüsse auf einen angeblichen Konkurrenten abgegeben haben. Der Gutachter hatte aus den Gesprächen ein 27-seitiges Protokoll angefertigt. Darin erzählt der Steinbücheler, der nach verschiedenen Vorfällen im Gefängnis (unter anderem war bei ihm Marihuana gefunden worden) eine Strafverschärfung erfahren hat, von einer harten Kindheit mit einem strengen Vater, der ihn geschlagen und in der Toilette eingesperrt haben soll. Von seiner Zwangsverheiratung, davon, dass er bereits mit 15 Jahren wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus landete, davon, dass er seit zehn Jahren Kokain konsumiert und von Beziehungsproblemen. Das Drogengeschäft, so hat der 33-Jährige dem Gutachter berichtete, sei lukrativ, damit ließe sich recht einfach gut Geld verdienen. Das 32-jährige Opfer, das hatte notoperiert werden müssen, beschuldigte der Angeklagte, es habe in Steinbüchel ein konkurrierendes Geschäft aufgebaut.

Morgen wird der Prozess um die Schießerei in Steinbüchel mit den Plädoyers fortgesetzt.

(sg-)
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